Die letzte Etappe – ein 45 Stunden-Tag

Montag. Heute gebe ich die Kleine bei der Spedition ab. Um 8:30 mache ich mich auf. Ich muss in die Richtung wo ich sie vor vier Monaten abgeholt habe, allerdings zu einem anderen Container-Terminal. Also wieder ca. 20 Kilometer außerhalb von Valparaíso.

Dorthin nehme ich noch einen kleinen Umweg und fahre noch etwas am Meer entlang. Wie vereinbart bin ich um 9 am Terminal. Die wissen schon dass ich komme und lotsen mich zu einem Parkplatz. Dann treffen auch schon drei Ravensburger mit ihren Bikes ein. Die hatte ich vor drei Tagen in der Unterkunft zu Füßen der Anden kennen gelernt. Wir haben nicht nur jetzt den gleichen Termin, sondern sind am Mittwoch auch auf dem gleichen Flieger. Zufälle gibt es.

Dem Vorarbeiter Jose hinterher, fahren wir die Motorräder über den Hof in ein Lagerhaus.

Dort stehen bestimmt schon 20 Maschinen von Reisenden aus Europa. So viele Bikes aus Europa habe ich in vier Monaten nicht gesehen. Schnell ist die Batterie abgeklemmt und das Gepäck fertig gemacht.

Noch ein wenig Papierkram und dann geht es in die Stadt. Wir teilen uns das Taxi, da wir in der Stadt eh noch einen gemeinsamen Termin haben. Noch ein paar Papiere in der Stadt bei der Spedition fertig machen. Dann noch schnell zum Notar und mit dem Fingerabdruck die Abwicklung durch die Spedition bestätigen.

Dann habe ich noch entspannte 1,5 Tage in Valparaíso bis zum Rückflug. Komisches Gefühl so ohne Motorrad. Mit ist schöner!

Mit dem Taxi geht es zum Flughafen. Habe keine Lust mit großem Gepäck Bus zu fahren und ein paar mal umzusteigen.

Bei der Gepäckaufgabe treffe ich die Ravensburger in der Schlange wieder. Die hatten die letzte Nacht in Santiago verbracht. Der Zufall nimmt kein Ende, wir sitzen in der gleichen Reihe.

Dann kommt der unendliche 12-Stundenflug nach Paris, ein paar Stunden Aufenthalt und dann der letzte Hüpfer nach München. In Summe bin ich zwei Tage unterwegs und hab kaum geschlafen. Minus die Zeitverschiebung komme ich so auf einen 45 Stunden-Tag.

Ein kurzer Blick aus dem Fenster beim Anflug auf Paris zeigt dass ich wieder in Europa bin: In einem Augenblick sehe ich mehr Autos als ich normalerweise an einem Tag gesehen habe. Die Anden waren da schon schöner.

Das war es dann – This is the end! Tatsächlich schade, Wehmut macht sich breit. Ich hätte einfach so weiter fahren können.

Danke Südamerika, danke allen Unterstützern in der Heimat!

Bis zum nächsten Mal ….

Ein letztes Mal über die Anden
Vitim Bridge - schwer beschädigt

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