Ciao Argentina,  Bienvenidos Uruguay

Weihnachten war wie geplant recht entspannt. Am 24. gab es den normalen Trubel in der Stadt. Ich hab mich angeschlossen und bin auch etwas durch die Stadt gebummelt.

Der 25. war dann schon was anderes. Die Stadt war wie ausgestorben. Alles, aber wirklich alles hatte zu und auf den Straßen war kein Mensch. Und das Mittags um eins. Zum Glück hatte ich am Vortag was zu Essen eingekauft, denn auch kein Restaurant hatte offen.

Der 26. ist hier kein Feiertag und als ich um 8:30 zum Parkplatz laufe um die Kleine zu holen ist wieder ordentlich Trubel. Es hat jetzt schon 25 Grad – wird bestimmt ein heißer Tag.

Ich fahre so aus der Stadt, dass ich bei einem KTM Händler vorbei komme. Ich hab gestern Routenplanung gemacht und es könnten noch so 5000 Kilometer werden. Zudem war der letzte Ölwechsel doch schon wieder 7000 Kilometer her. Der Meister hat den Laden voll mit KTMs, aber er hat nur einen Liter Öl – schräg. Naja, ich hab ja selber noch fast 2 Liter, so reicht das locker. Schnell aufgebockt, Öl raus gelassen, neues rein, fertig. Noch ein wenig Plauschen, Fotos machen und den Chef treffen. Der kann deutsch und freut sich riesig.

Beim Rausfahren ist mir dann etwas mulmig. Der Chef hat mir erzählt, dass es in Argentinien diese Ampelüberfälle gibt. Die halten dir an der roten Ampel die Knarre vor die Nase und klauen dir dein Motorrad unter dem Hintern weg. Ich wusste, dass es das in Buenos Aires gibt, aber er sagt, auch hier in Rosario kommt das vor. Naja, ich hab es heil raus geschafft.

Es geht über einen riesigen Fluss mit ebenso riesiger Brücke.

Dann kommt 100 Kilometer lang eine Landschaft bei der ich nicht so richtig weiß was es ist. So wie ein Flussdelta. Oder ein Sumpf.

Unmengen an Wasser, mal stehend, mal fließen, mal braun, mal blau. Dazwischen immer Inseln aus Gras. Ich bin mir sicher hier lebt eine Anakonda.

Dann ist Schluss mit dem Wasser, es kommt eine Stadt und davor gibt es eine Polizeikontrolle. Ich hab gelesen, dass die Polizei hier, naja sagen wir mal etwas speziell ist und gerne ein paar extra Peso verdient. Und was soll ich sagen, ich hab auf meinen Reisen schon so viele Polizeikontrollen erlebt, du siehst den Typen einfach an wenn sie dich abzocken wollen. Der Herr Polizist kommt also mit gesenkten Kopf und super ernster Mine auf mich zu. Er will die Papiere sehen. Alles in Ordnung. Jetzt kommt sein Trumpf. Er will die Versicherung sehen. Das wollte in drei Monaten noch keiner. Aber er. Aber ich kann stechen. Zum Glück habe ich in Salta die Versicherung abgeschlossen. Die ziehe ich jetzt heraus und übergebe sie stolz. Das gefällt ihm gar nicht und er prüft genau. Weil er nichts findet wendet er sich jetzt der Kleinen zu. Aber auch hier ist alles ok. Licht geht, Blinker gehen, hehe. Sauer drückt er mir meine Papiere in die Hand und ich kann weiter. Weiter hinten sehe ich, dass die echt keinen Spass verstehen, ein Parkplatz ist voll mit beschlagnahmten Autos und Motorrädern.

Nach einer weiteren Stunde geht es auf einer riesigen Brücke über den Rio Uruguay und dann komme ich zur Grenze nach Uruguay.

Fünf Schlangen mit jeweils 15 Autos. Ich bin ein Moto – fahre also an allen vorbei nach vorn. Zudem hat es über, 30 Grad und nur hier hat es Schatten. Die Grenze ist ein ziemliches Durcheinander. Ich werde hin und her geschickt. Alles sieht sehr inoffiziell aus.

Am Ende bekomme ich nur einen Stempel bei der Immigration der angeblich für Argentinien und Uruguay gilt – schräg. Zoll brauche ich gar nicht machen, heißt es. Glaube ich nicht und frage mich weiter durch. Alle sagen nein, aber ich glaube das nicht. Dann lande ich bei einer Frau, die sieht nicht sehr offiziell aus, begreift aber was ich will und macht mit mir Zoll für Argentinien und Uruguay. Von wegen „brauche ich nicht“.

Ich fahre jetzt in die nächste größere Stadt – Mercedes – und suche mir ein Quartier.

Die Stadt ist super. Sie ist sauber, aufgeräumt, hübsch, um 17 Uhr sind schon Menschen auf der Straße und Geschäfte haben auch schon offen.

Motos haben immer extra Parkplätze.

Unten am Fluss wird gebadet und der Campingstuhl wird durch die Gegend gefahren.

Zudem sind alle super nett und das Eis ist lecker.

Guter Start in Uruguay.

Am Abend gibt es noch eine kleine Feier: 100 Tage unterwegs.

bis zum Horizont
Eine Überraschung

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