Paraguays wilder Westen

Tja, wer mehr über den Gran Chaco wissen möchte, dem sei der Wikipedia Eintrag ans Herz gelegt. Wir wissen, der Chaco ist ein wildes Land, das sehr savannenartig ist und je nach Wetter auch schwierig bis gar nicht mit Moppeds zu befahren ist.

Wir sind wieder um halb sieben auf den Moppeds und haben gut 150 km bis Pozo Hondo, einem der kleinsten Grenzübergängen, die wir bisher hatten. Bis auf die letzten 25 Kilometer war alles Asphalt. Allerdings vielen uns die wenig ansehnlichen Siedlungen der indigenen Bewohner dieser Gegend auf.  Aber wir beobachten nur, werten soll jemand anderes.

Früh am Morgen

Und die Landschaft wird jetzt dem Chaco immer ähnlicher. Achja, ich schrieb ja von dem Unwetter gestern. Wir haben uns noch mit dem Wetterbericht für heute beschäftigt, denn es gibt den Begriff „Schmierseife des Chacos“ mit dem die Pisten nach dem Regen bezeichnet werden. Wir hoffen dass dem nicht so ist, der Regen sollte am frühen Morgen vorbei sein und die Sonne bereits begonnen haben, die Piste abzutrocknen. Sollte sich die Strecke als unfahrbar erweisen würden wir umkehren und eine anderen Grenzübergang nehmen.

Der Grenzübergang auf der argentinischen Seite war sehr übersichtlich, allerdings gab es da einen Grenzer, der augenscheinlich nur die Aufgabe hatte uns zu nerven. Was er auch gut hinbekommen hat. Sowohl Migration als auch Aduana verliefen ganz easy und so konnten wire den Übergang schnell Richtung Paraguay verlassen. An der Brücke über den Grenzfluß gab es noch zwei Kontrollen, einmal Argentinien und einmal von der Armada Paraguays.

Dann ging es zur Migration. Dort wurde ersteinmal der Generator angeschmissen, um die Rechner hoch zu fahren. Der Grenzer war absolut freundlich und zuvorkommend, hat uns noch darauf hingewiesen, dass wir in Mariscal zur Aduana müssen, gut 300 km im Landesinneren.

Brücke über den Grenzfluss
Rote Piste
Erst mal Pause machen

Dann ging  es los, wie erwartet hat die Sonne die Piste ziemlich gut abgetrocknet und wir kamen gut voran. Eine Pause haben wir auch gemacht, das fühlte sich dann irgendwie schon an wie im afrikanischen Busch ;-) 

Nach dem Regen

Spannender weise stießen wir dann auf eine Riesenbaustelle, anscheinend nimmt hier Paraguay viel Geld in die Hand um die Strecke von der Grenze bis Mariscal auszubauen, Das kam uns durchaus entgegen, weil heute Morgen ein Grader die schlimmsten Auswirkungen des Regens beseitigt hatte. Damit haben wir schon mal bis auf ein kleines Hoppala von mir Glück gehabt.

Mhhh. Hier stimmt was nicht.

An einer Weggabelung habe wir uns dann für die gut ausgebaute Piste nach Norden entschieden, zwar die längere Strecke, aber nach 70 km  geht’s auf Asphalt weiter.

Diese Piste war richtig cool zu fahren, wir sind dann auch mit 70/80 Klamotten da lang gebraust. Es gab auch einige Tiere zu bestaunen, wir haben zwei größere Leguane aufgeschreckt, die auf der Straße gedöst hatten, dazu einige kleinere Leguane oder Eidechsen und natürlich viele Vögel. 

Dann kam der Asphalt und es wurde „langweilig“, weil nur noch geradeaus! Links und rechts das Dornengestrüpp vom Chaco, endlos bis zum Horizont, ab und zu ein Auto und immer so um die 33°. Manchmal gab es links oder rechts eine Abzweigung zu eine Estancia, aber sonst jede Menge Nichts. An der nächsten Wegkreuzung gab es zwei Tankstellen, eine hatte kein Benzin, aber kalte Getränke, die andere Benzin und ebenfalls kalte Getränke, und wir konnten mit Karte zahlen, weil wir noch keine örtliche Währung, die Guaranis, hatten.

Alles sehr ordentlich hier im Tankstellenbüro
Endlos geradeaus 😉

Jetzt waren es noch gute 120 km bis Mariscal, alles nur geradeaus! Meditatives fahren nennt man das wohl :-) sicher gab es auch Verkehr, zum einen viel Tank-Lkw aus Bolivien, die hier Sprit holen sollen, und natürlich auch andere Lkw, teils schwer beladen. Dazu dann noch wenige Pickups und ein zwei Busse.

In Mariscal sind wir erst zum Geldautomaten, wo Tobias mal wieder Millionär wurde. 1 Million Guaranis waren etwas unter hundert Euro. Danach haben wir uns eine Unterkunft gesucht.


Sogar Bananen gab’s im Hotel

Tja, und dann gab’s das Wohlverdienste Bier nach einem langen Tag. Es gab auch gutes Essen und am nächsten Tag ein gemütliches Frühstück, weil wir nur eine kurze Strecke bis nach Filadelfia zu fahren hatten.

Auf zum Sun Race
Filadelfia und die Mennoniten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert