Filadelfia und die Mennoniten

Bei der Recherche zu Paraguay ist uns die Gegend um Filadelfia wegen der vielen deutschen Ortsnamen aufgefallen. Also haben wir uns gedacht, wir gucken uns das mal an. Außerdem gibt es dort mehrere kleine Museen zur Geschichte der Orte.

Endlos geradeaus
Und der Chaco
Mit kuriosen Bäumen

Da es keine 100 km zu fahren wahren haben wir uns einen gemütlichen Start gegönnt. Die Fahrt dorthin war dann wieder relativ eintönig, weil geradeaus und eben die Chaco Wildnis, diesmal aber häufiger von Abzweigungen und Toren zu Estancias geprägt. Auch der Verkehr war deutlich dichter. Und es kamen uns jetzt die bolivianischen Tanklaster entgegen.

Am Ortseingang von Filadelfia sind wir auf eine Tankstelle gefahren. Sah schon mal ganz gut aus, und mit Supermarkt. Zum bezahlen musste man reingehen und bekam eine Zettel für die Kassiererin. Während dessen hat der Tankwart bei meiner Ténéré alle leuchten und die Spiegel geputzt, was für ein Service!

Danach sind wir erst einmal durch den Ort gefahren und waren zuerst irgendwie nicht so glücklich mit der Situation. Aber nach etwas diskutieren sind wir dann zum Hotel Florida gegangen und haben dann  ein Zimmer genommen. Zuerst ging’s in den Pool, dann bin ich zu den Museen während Tobias sich zu einem Kaffee aufmachte.

Edelherberge
Edelcafe


Ein bisschen zur Geschichte und der Aufbau arbeiten

Es war hier schon sehr Deutsch, an der Rezeption wurde ich in Deutsch begrüßt, am Pool trafen wir einen Deutschen, und auch in den Museen konnte ich mich in deutsch unterhalten.

Die Geschichte der hiesigen Mennoniten geht so: sie sind von Katharina der Großen als Siedler eingeladen worden und in der Gegend der heutigen Ost Ukraine angesiedelt worden. Dort lebten sie bis zur Oktoberrevolution relativ ungestört. In den 20iger Jahren haben sie dann wegen des zunehmenden Drucks der Sowjets versucht auszureisen. Das hat leider nur  einen Teil geklappt und diese sind dann mit Unterstützung ihrer Glaubensgenossen aus den USA und Kanada nach Paraguay gekommen. Dort wurden sie dann von der Regierung im Chaco angesiedelt. 

Und sie haben da wirklich was tolles aufgebaut, zunächst ganz einfach, dann aber immer moderner und dann Filadelfia gegründet. Eine wirklich beachtliche Leistung. Dabei halten wie weitestgehend an ihren Traditionen und der deutschen Sprache fest. Ich fand das ziemlich beeindruckend. 

Am Wegesrand 😉

Nach dem Museum haben wir uns dann wieder im Hotel getroffen und sind dann zum Essen gegangen. Auch das war ziemlich gut, und hat super geschmeckt. Sowohl im Restaurant als auch auf dem Rückweg sind uns dann diese dicken Dinger über den Weg gelaufen:


Wegbegleiter 😁

Wer mehr über die Geschichte der Mennoniten wissen möchte, der möge sich im Internet umsehen. 

Paraguays wilder Westen
Auf nach Concepcion

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