Tag 13 – Roads in Kyrgyzstan

Tag 13, 05.07.2019
Heute wollen wir die Karawanserei Tash Rabat besuchen und dort in einem Jurten-Camp übernachten. Aber zuerst müssen wir John fahrbereit machen, er hat die meiste Zeit der Nacht mit Durchfall auf dem Klo verbracht. Ein wenig trocken Brot und etwas Tee haben ihn dann reisefertig gemacht. Also aufladen und los geht’s. Tobias und John wollten auf dem Weg nach Tash Rabat einen Umweg machen, dabei wollte ich sie einige Kilometer begleiten und dann wieder zurück über die Hauptstraße zum Tagesziel fahren und eine Jurte klar machen. Doch es kam mal wieder anders, nach knapp 70 km, davon ca. die Hälfte Schotter, hatte ich mal wieder eine Ölleckage. John und Tobias waren ein Stück voraus. Der Abstand war dem Staub geschuldet, der auf diesen Schotterpisten manchmal echt ätzend ist. Naja, also Gepäck abrödeln, Werkzeug rausholen und dann erst Sitzbank, die Seitenteile und den Tank abbauen.

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Diesmal war es nicht die Hauptleitung, sondern die Rücklaufleitung, die direkt am Anschluss eingerissen war. Keine große Sache, den Schlauch gekürzt, wieder aufsetzen, Schelle festziehen und kurz Dichtigkeit prüfen. Während der Reparatur tauchte zuerst John auf und nach weiteren 10 Minuten Tobias. Beide witzelten ein bisschen über mein Pech…

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Nachdem ich wieder alles zusammen gebaut, gepackt und aufgerödelt hatte machten wir eine Snickerspause und besprachen den weiteren Tagesverlauf. Am Ende sind wir dann gemeinsam erst noch 30 km Schotter und dann die Hauptstraße nach Tash Rabat gefahren. Dann noch einmal 15 km Schotter und dann war sie da, die alte Karawanserei. Nicht wirklich beeindruckend, aber doch immerhin ein Teil der Seidenstraße.
Es gab mehrere Jurten-Camps zur Auswahl, einige gleich zu Beginn der Schotterpiste, dann direkt bei der Karawanserei weitere Camps und dann noch eins mehrere hundert Meter die Piste hinauf. Wir entschieden uns dann, das etwas abgelegene Camp anzugucken.

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Zunächst schien es etwas schwierig mit der Kommunikation zu werden, aber dann bekamen wir unsere Jurte und auch das Essen schien gesichert. Der arme John fiel quasi unmittelbar in sein Bett und war sofort eingeschlafen, was unschwer an seinem leisen schnorcheln zu hören war.
Tobias und ich richteten uns erst einmal wohnlich ein und zogen die staubigen Moppedklamotten aus. Dann war es auch schon Zeit sich in den Speiseraum zu bewegen, wo es Tee und Brot mit Marmelade und Kekse gab. John bekam noch schnell einen Tee ans Bett geliefert und dann ließen wir und das Essen schmecken.
Da John noch immer am Schlafen war sind wir erst einmal zur Karawanserei gegangen.

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Hmh, nicht wirklich spektakulär und der Innenraum war durch ein Gitter mit Schloss gesichert.

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Schade, aber einmal außen rum und ein paar Bilder reichen uns. Zwar kam dann noch eine „Oma“ und öffnete das Gitter, aber sie wollte auch Eintritt haben, das war dann doch zu viel. Zumal wir drinnen auch nur den nackten Stein zu sehen bekommen würden. Lediglich direkt am Eingang war ein kleines Schild mit ein paar Infos aufgestellt.
Also zurück zur Jurte und noch ein bisschen schlafen. Dann hörte man das Donnern eines heraufziehenden Gewitters. Ein Blick nach draußen veranlasste mich dann schnell unsere Sachen in die Jurte holen, damit sie nicht nass werden. Und schon ging es los mit dem Regen.

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Zunächst ein leichtes Pieseln, das sich dann schnell zu einem ordentlichen Guss entwickelte. Aber egal, wir saßen war und trocken in der Jurte. So gegen 19:00 Uhr begaben wir uns dann wieder in den Speiseraum, der aus mehreren zusammengebauten Containern bestand und angenehm beheizt war, schließlich waren wir auf ca. 2500 m. So langsam trafen dann auch die anderen Gäste ein, eine Gruppe Israelis, die sich aber überhaupt nicht für uns zu interessieren schienen und eine französische Reisegruppe, die deutlich gesprächiger waren. Die Franzosen informierten uns dann auch, dass wir ein tolles Menü zu erwarten hätten. Womit sie absolut Recht hatten.

Die Israelis waren in einem extra Raum und feierten anscheinend ihren Sabbat, wie uns ihr Guide erzählte. Außerdem kannte er auch den Weg nach Baetov, eigentlich gut zu fahren, aber eben eine Lehmpiste, die nach längerem Regen ziemlich schwierig zu fahren sei. Insofern keine guten Nachrichten für mich, denn mit meinem angeschlagenen Mopped hatte ich keine Lust auf eine kräftezehrende Rutschpartie. Aber erst einmal galt es das tolle Essen zu würdigen. Es war in der Tat außergewöhnlich gut, mehrere Salate zur Auswahl, allesamt ausgesprochen lecker, eine Gemüsesuppe und dann ein Fleischgericht mit Nudeln, ebenfalls ausgesprochen lecker, als Dessert dann Orangenscheiben und Wassermelone. Dazu den obligatorischen Tee. Rundum gelungen!
John hatte leider keinen Spaß an dem Essen, er trank etwas Tee und nahm ein bisschen Suppe, dann verschwand er wieder im Bett, um sich gesund zu schlafen. Ihn hatte es aber auch richtig fett erwischt. Tobias hat dann noch gefragt, ob der Ofen in unserer Jurte angeheizt wird, was dann auch geschah. Als wir dann zu Bett gingen, war es dermaßen heiß in der Jurte, dass wir erst einmal auf die Decken verzichten konnten. Draußen prasselte der Regen leise vor sich hin, und in der Jurte war es kuschelig warm. Dann waren wir auch schon eingeschlafen.

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