Tag 9 – Offroad in Kyrgyzstan

Tag 9, 01.07.2019
So, die Jungs sind heute irgendwo auf dem Tosor Pass und werden wohl auch grade ihre Zelte abbrechen.

Einige Bilder von der Offroad Crew:

Die Morgenruhe wird so gegen sechs von einem Bus gestört, es sidn die Jungs von Rotel, die zur chinesischen Grenze aufbrechen.

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Nach dem lecker Frühstück im Khan Tengri mache ich mich erst einmal auf dem Weg zum Parkplatz, um das Mopped zu holen. Wie es sich im Moment für mich gehört, springt der Hobel natürlich nicht an. Zum Glück hilft mir der Parkplatzwächter mit einem Startkabel aus PKW zur Starthilfe aus. Mopped läuft, Problem gelöst. Dann sehe ich wie sich ein Strahl Benzin aus einer Leitung auf den Boden ergießt. Also Gepäck aufmachen, Werkzeug rausholen und den kaputten Schlauch ersetzen. Auch das Problem ist schnell gelöst. Hat aber dann doch eine Stunde Zeit gekostet. Also schnell alles zusammenpacken und umziehen. Dann das Mopped gesattelt und los geht’s nach Tosor, dem Ort wo wir uns wieder treffen wollen, rund 270 km Hauptstraße, also easy going würde ich sagen. Zunächst trifft das auch zu. Dann kommt der Dolon Pass, gut 3000m hoch. Zu Anfang zieht der Bock auch noch ganz ordentlich, doch je höher es geht desto weiter muss ich runterschalten, das hatte ich gestern auf der Höhe vom Song Kul, ebenfalls 3000m, noch nicht. Naja, ich bin dann drüber gekommen und bergab geht ja von selbst.

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So ging es dann auch im gemütlichen Landstraßentempo weiter. In Kochkor habe ich dann nachgetankt, da war es so gegen Mittag. Dann weiter am Issyk Kol entlang Richtung Torsor. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf, die Maschine wurde immer langsamer und nahm kaum noch richtig Gas an. Irgendwie konnte ich sie dann erst einmal bei 60 km/h halten. An einem schattigen Platz habe ich dann erst einmal angehalten, um nach der Ursache zu forschen. Den Motor ausstellen habe ich mich dann doch nicht getraut. Soweit ich erkennen konnte sah alles in Ordnung aus. Also weiter fahren. Ich bekam das Mopped dann wieder auf 60 km/h beschleunigt, mehr ging nicht und bei der leichtesten Steigung fiel die Geschwindigkeit auf vierzig… Und es lagen noch knapp 100 km vor mir. Naja, irgendwie kriege ich das Mopped noch bis Tosor dachte ich. Dann kam eine lange Steigung, die bin ich dann im zweiten Gang mit gut 20 km/h hoch, im Windschatten von einem vollbeladenen Tanklastzug. Als es wieder bergab ging konnte ich den sogar überholen, aber sobald es geradeaus ging, waren gerade noch 40 km/h drin. So zog ich dann in neuer Langsamkeit durch das heiße Land, nicht schnell, aber immer noch besser als schieben. Das einzige, was fehlte war der Fahrtwind, das heißt keine echte Abkühlung, es war bestimmt um die 40°.
Plötzlich hatte ich braune Flecken auf dem Visier, ich dachte noch, was sind das denn für komische Viecher, da roch ich auch schon Motoröl und eine graue Qualm Wolke stieg vom Motor hoch. Also vorsichtig rechts ran, anhalten, Motor aus und gucken… Tja, das wars wohl erst einmal mit dem Mopped. Der Motor war voller Öl, meine Klamotten auch! Entweder ist irgendwo eine Leitung geplatzt oder die Zylinderkopfdichtung ist hin. Zum Glück waren es nur noch 11 km bis Tosor, aber dafür kein Handyempfang und wahrscheinlich der einzige Platz, an dem es keinen Schatten gibt. So eine Scheiße.
Entgegen unserer früheren Erfahrungen hielt jedenfalls erst einmal kein Auto an, auch auf mein Winken reagierte man nur mit zurück winken. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit hielt ein LKW- Fahrer an, er nahm mich und das nötigste Gepäck dann bis Tosor mit. Dort konnte ich dann John per Handy erreichen. Ich marschierte dann die Straße runter zum Jurten-Camp und die Beiden kamen mir entgegen und nahmen Jacke und Tasche ab. Im Camp erzählte ich dann erst einmal von meinem Missgeschick. John meinte dann ganz pragmatisch, holen wir das Moped und gucken, was wir dann tun können. Also die die Beiden auf einem Mopped los, um meins die paar Kilometer einzuschleppen.

Nach einer gute halben Stunde waren sie dann zurück. Auf den ersten Blick sagte John, es wäre „nur“ abgefallener Schlauch. Das wäre ja schon mal eine gute Nachricht. Weil es aber noch so heiß ist wurde die Reparatur auf später verschoben und wir sind erst mal im Issyk Kol baden gegangen. Ein paar Meter vom Camp lag nämlich der Strand. Das war wirklich erfrischend und anschließend genossen wir etwas Ruhe.
John und ich haben uns dann im Schatten des Moppeds angenommen. Sitzbank runter, Tank runter und da war der Schaden dann sichtbar. Die Hauptölleitung vom Tank zum Motor hat sich gelöst und den Ölaustritt verursacht. Wegen des schlechten Motorlaufs haben wir dann auch noch die Zündkerze und Luftfilter geprüft. Der Luftfilter war total zu und die Kerze sah gelinde gesagt scheiße aus. Zum Glück hatten wir von MuzToo sowohl Kerzen als auch Luftfilter mitbekommen. Öl konnten wir ebenfalls aus dem mitgegebenen Kanister auffüllen. Der Probelauf verlief zufriedenstellend und nach einer guten Stunde war das Mopped wieder fahrbereit. Die Probefahrt zeigte, dass wir alle Probleme beseitigt hatten und es weiter gehen kann.
Währenddessen ist Tobias mit den Vermietern noch zum Magazin gefahren und hat neben ein paar kalten Bier auch was zum Knabbern besorgt. Anschließend gab es ein leckeres Abendessen mit Chai. Danach saßen wir noch ein bisschen draußen, um das Bier zu trinken und den morgigen Tag zu besprechen. Ein Versuch, das Frühstück auf halb acht zu legen, scheiterte an der resoluten Chefin. Es ist eben wie es ist.

Wie es denn so ist, wir haben uns um das Problem gekümmert und leider keine fotos von der Reparatur gemacht.

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