Der große Schlängler

Frühstück gibts auf der Terrasse am Meer. Mal was anderes, nicht verkehrt.

Dann geht es 200 Kilometer zur Grenze nach Bulgarien. Kurz vorher hat es einen Unfall – Stau. Von wegen, die stehen hier 2-spurig wegen der Grenze, bereits vier Kilometer vorher!

Das große Schlängeln beginnt. Die ersten drei Kilometer fahre ich auf dem mehr oder weniger existenten Standstreifen vorbei. Hin und wieder auf die Wiese ausweichen wenn einer mal wieder doof steht und dann nur noch regelmäßig die Picknicker und Fußgänger vom Standstreifen scheuchen.

Dann ein paar Einweiser vor der nächsten Schlange, ich signalisiere nur kurz was und schon schlängle ich mich durch die nächste Schlange. Dann wieder Einweiser vor der nächsten Schlange, die ist zu eng zum schlängeln. Ich nehm einfach eine Spur wo keiner fährt, werd dann schon zurück kommen. Gegen die Fahrbahn und kurz über den Grünstreifen. Da, jetzt sehe ich den türkischen Grenzübergang. Rechts an 30 weiteren Autos vorbei und dann stehe ich 2 Wagen vor der Grenze. Der Mann vor mir erzählt, dass er seit 3:30 Uhr hier an der Grenze ist und seit 6 Stunden ansteht. Dabei ist er noch nicht mal bei den Türken durch. Ich hab jetzt ca. 10 Minuten bis hier her gebraucht – ich bin ein Moto!

Die Abfertigung geht dann rasch. Kein Papierkram, nur Pass herzeigen. Dann wieder Schlange vor der bulgarischen Seite – 8-spurig! Mir wurscht, ich fahre einfach ganz links auf der Fußgängerspur. Dann elegant vor dem ersten Auto eingefädelt. Noch zwei Schlangen schlängeln und ich bin auch vorn bei den Bulgaren. Jetzt schlängeln wir schon zu zweit um die Wette. Ein Türke mit dem Motorrad nimmt die Challange auf: Wer schlängelt besser. Er hat eine Sozia hinten drauf, so hat er keine Chance. Auch bei den Bulgaren geht die Abfertigung schnell. So, das waren dann keine 30 Minuten. Ziemlich skrupellos war das, aber es gab keinen einzigen Huper oder ärgerliche Beamten. Moto ist halt so cool.

Bulgarien übersehe ich dann fast, plötzlich steht schon Sofia auf den Tafeln. Damit ich was vom Land sehe fahre ich wenigstens mitten durch die Hauptstadt. Ein Kaffee im Zentrum erkenne ich sogar noch von einem Urlaub hier vor ein paar Jahren.

Dann die Grenze zu Serbien. Schon jetzt einspurige Schlange auf der Landstraße, drei Kilometer vor der Grenze. Logisch fahre ich vorbei. Durchgezogene Linie, auf dem Auge bin ich blind. Zum Glück auch die vielen Polizisten, die entlang der Strecke stehen. Dann vor der Grenze wieder hübsch Schlängeln. Schnell bin ich vorne, hole mir meinen bulgarischen Stempel, schlängle zu den Serben und hole mir da den Stempel. 15 Minuten, sauber.

Dann ein paar Autobahn- und Landstraßenkilometer. Zu Beginn flach und langweilig wie Bulgarien. Aber dann kommen super schöne Berge. Nach 700 Kilometern ist Schluss für heute. Edle Herberge, nachdem die gestern so lausig, aber auch billig war.

Genzzinober
Ein bischen Balkan

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