Zwangspausen

oder: „Die letzten Kilometer“

Eigentlich wollten wir ja noch gemütlich durch Serbien, dann Bosnien entdecken und über das kroatische Hinterland zurück in Richtung Deutschland. Doch dann kam es anders.

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. An die 40 Grad auf dem ganzen Balkan. Über Tage hinweg. Da macht Motorradfahren doch keinen Spaß. Also mussten wir uns etwas überlegen.

Zunächst wurde der Tagesrhythmus geändert:

Wir stehen jetzt also um 5:00 morgens auf und fahren im Morgengrauen los.

Dann suchen wir uns eine gemühtliche Bleibe und verbringen dort den Tag. Gleich am ersten Morgen geht es von Serbien noch über die Grenze nach Kroatien. Dorf finden wir ein feines Kaffee mit WI-FI. Wir sind dort von 10:30 (um die Zeit hatte es schon 38 Grad) bis um 16:30 (dann hatte es immer noch 38 Grad wurde aber langsam kühler)!

Und so sieht das dann aus:

Die Bikes parken wir wie immer direkt in Sichtweite.

Am Abend fahren wir dann bis zum Sonnenuntergang und schlagen unsere Zelte irgenwo in Kroatien auf einem Feld auf.

Am nächten Tag das gleiche Spiel. Ebenfalls um 5:00 aufstehen und dann geht es über die Grenze nach Slowenien. Aber was ist das? Keine 38 Grad wie vorhergesagt. Es regent. Wieder müssen wir eine Zwangspause einlegen. Diesmal ohne WI-FI.

Das Ganze geht so lange gut bis die Polizei kommt. Die finden es nicht lustig, dass wir unter der Autobahnbrücke warten und verscheuchen uns. Dabei hatten wir noch rießige Angst nach so langer Zeit den ersten Strafzettel zu kassieren. Uns fehlte nämlich was wichtiges: Eine Vignette. Aber Glück gehabt und wir fahren in das nächste Kaffee und warten wieder. Diemal mit guter Verpflegung.

Als der Regen aufhört bekommt es wirklich die 38 Grad und wir schaffen es bis in das Soca-Tal. Dort kühlen wir uns ab und verbringen, aufgrund der Hitze, auch den nächsten Tag bis um 16:00.

Als wir weiterfahren geht es erst mal auf einen Pass.

Und danach in das italienische Friaul. Dort finden wir eine Schotterstraße, die uns auf 2000 Meter bringt. Ein rießen Spaß! Ach ist das wieder schön.

Klar schlagen wir hier unsere Zelte für die Nacht auf.

Es ist hier super einsam. Und wir genießen es nach dem Trubel an der Soca. Dennoch treffen wir einen Gleichgesinnten: Jupp. Er ist mit seinem Land Cruiser hier hoch gekommen und läd uns gleich auf ein paar Nudeln ein. Er erzählt den ganzen Abend von seinen Afrika-Touren und wir von Russland und der Mongolei. Ein toller Abend. Auch wenn es danach die ganze Nacht regnet.

Am nächsten Morgen geht es wieder hinunter und durch die Dolomiten in Richtung Staller Sattel. Über die Dolomiten zu Haupturlaubszeit muss man nicht viel sagen: Es war schrecklich.

Schnell über den Staller Sattel und dann schlagen wir unsere Zelte an einem Gebirgsbach auf. Erst müssen wir jedoch den Regen abwarten und bauen schnell ein Lager.

Wir haben Bier, Wurst und Käse und genießen unseren letzten Abend. Über Österreich geht es dann am nächsten Tag zurück in die Heimat. Dann sind wir nach 100 Tagen wieder zuhause.

Europa ist so klein
wieder zu Hause

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