Erholung tut Not

Ehrenhaft wurde ich in Tiflis begrüßt. Überall auf dem Boulevards hingen deutsche Fahnen. Sehr nett. In den Nachrichten sehe ich, dass auch die deutsche Bundeskanzlerin hier ist. Gut, teilen wir uns die Fähnchen, sind ja genügend.

Überraschend gut habe ich geschlafen. Überraschend, weil das Motorrad auf der Straße parken musste. Das mache ich nie, schon gar nicht in einer großen Stadt. Aber es ist kein Hotel mit Parkplatz zu finden. Immerhin ist die Straße vom Hotel videoüberwacht und insgesamt macht mir die Stadt, wie auch das ganze Land, einen sehr sicheren Eindruck. Auch der Hotelchef versichert mir, dass hier immer alle Motorräder parken und seine S-Klasse neuster Bauart steht ja auch da.

Nun ja, gespannt blicke ich am Morgen noch vor dem Frühstück auf die Straße. Die Honda ist noch da!

Nach dem Frühstück packe ich zusammen und fahre los. Alles ist mühsam. Ich hab mich gestern in einem Supermarkt erkältet, Klimaanlage sei dank, und durch das viele fahren schmerzt meine linke Schulter. Zwar könnte ich noch hier bleiben, aber ich hab keine Lust auf Stadt.

Ich fahr erstmal Richtung Westen um dann wieder in die Berge zu fahren. Erst mal Autobahn, dann kommt eine Landstraße durch Berge und unendliche Dörfer. Hat viel Verkehr. Es ist Samstag und die Hauptstädter fahren ans Meer. Entlang der Straße werden Melonen, Brot und Hängematten verkauft.

Für mich alles kein Spaß, die Nase tropft, die Schulter schmerzt und in der Spitze hat es auch noch 37 Grad. Dann biege ich nach Norden in die Berge ab. Super Straße, kein Verkehr und die Temperaturen werden auch etwas angenehmer. 80 Kilometer schlängelt sich die Straße dem Fluss entlang. Dann sehe ich ein kleines Schild „Hotel“. Da ich ziemlich platt bin, schaue ich es mir an. Es ist ein normales Haus mit schönem wilden Garten. Das Tor ist verschlossen. Ich klingle und nach 5 Minuten kommt ein alter Mann. Schnell ist alles erklärt und die Formalitäten bespreche ich auf englisch mit der Tochter am Telefon. Ich bleib gleich zwei Tage hier um mich etwas zu erholen.

Der Terrassenbereich:

Der Speisesaal mit meinem Zimmer im Hintergrund:

Das Abendessen:

Der Bewacher:

Der Nachmittag:

Das Internet geht nicht, da der Blitz in einen Masten eingeschlagen hat. Stellt sich als sehr erholsam heraus.

Das „Hotel“ wird von einem älteren Ehepaar betrieben und von der Dame das Hauses werde ich kulinarisch versorgt. Ich bekomme die volle Aufmerksamkeit nicht zuletzt weil ich der einzige Gast bin. Und wehe ich esse mal nicht auf …

Dankbarkeit, Demut und Risikomanagement
Uschguli oder nicht Uschguli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.