Es gibt Elch
In gewohnt großen Etappen geht es wieder Richtung Süden. Hauptsächlich Piste.
Bei dem tollen Wetter staubt es gewaltig. Aber das ist kein Problem. Es hat keinen Verkehr. Über Stunden bin ich alleine im Wald.

Es kommt ein technischer langsamer Abschnitt. Es geht auf kleinem, steinigen Track den Berg runter. Fahre nur so 20 km/h. Und da steht er, der Elch. 30 Meter vor mir, leicht rechts vom Weg. Aber perfekt zu sehen. Er schaut mich an, ich ihn. Ein wunderschönes Tier im Sonnenschein, mitten in der Wildnis. Surreal.
Hab ich Angst? Freue ich mich? Keine Ahnung – alles zusammen. Bis ich realisiere, dass das echt ist, macht der Elch sich auf den Weg in den Wald. Langsam und gemächlich, Schwede eben.

Elch
Am Morgen neben meinem Camp hab ich auch schon Spuren entdeckt. Sie sind also überall. Und die Einheimischen warnen regelmäßig eindringlich. Wenn Sie nämlich aus dem Wald kommen, hast du mit Auto oder Motorrad praktisch keine Reaktionszeit. Daher habe ich auch laufend ein mulmiges Gefühl wenn ich mit hoher Geschwindigkeit durch den Wald brause, immer rechts und links den Waldrand scannend.

Auch Rentiere sehe ich noch ziemlich lange in Richtung Süden. Die sind aber weit weniger gefährlich, weil man sie meist früh sieht und sie recht berechenbar sind. Aber Bremsen ist schon empfohlen.

Es gibt praktisch eine Überdosis Natur. Nur zum Tanken und Einkaufen geht es kurz in kleine Ortschaft. Sonst bin ich bei bestem Wetter immer draußen.

Gegen Abend wird irgendwo ein Plätzchen für das Zelt gesucht. Möglichkeiten gibt es unendlich. Und auch wenn man die ganze Nacht keinen Menschen hört, Internet hat es immer, egal wie tief man im Wald ist.

Und dann kommt es doch, das schwedische Wetter. Kalt und Regen. Ich buche mich mal für zwei Nächte in einer Hütte auf einem Campingplatz ein. Nach 5.000 Kilometern tut ein Pausentag auch ganz gut.

Hier gibt es dann den Elch sogar auf der Pizza.

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