Die nördlichste Fähre in Schweden
Für den diesjährigen Ausflug nach Schweden gibt es nicht viel Planung. Nur drei Ziele:
- Rentiere sehen
- So hoch, dass die Sonne nicht mehr untergeht.
- Viel Piste fahren.
Auf der Fähre nach Schweden habe ich alle Motorradstellplätze für mich und kann als erster runterfahren.

Nach insgesamt 5 Tagen und 3.000 Kilometern sind die ersten beiden Ziele schon erreicht. Und das dritte angekratzt.
Die Nächte im Zelt in der Wildnis waren sehr anspruchsvoll und erforderten sehr viel Selbstbeherrschung: Mücken ohne Ende.
Hier ein Camp weit über dem Polarkreis. Warm ist es auch hier. Regen ist auch nicht in Sicht. Das Innenzelt reicht. Hauptsache vor den Mücken geschützt.

Eine Nacht zuvor war es deutlich kälter. Daher gleich mal das ganze Zelt aufgebaut.

Nachts um 12 ist es taghell.

Im hohen Norden ist vieles einfacher:
Das Tanken.

Das Frühstück.

Der Rasthof.

Rentiere sehe ich richtig viele. Aufpassen muss man. Sie laufen meist recht verwirrt auf der Straße rum. Wenn man da im Pistenmodus angebraust kommt, muss man schon mal richtig in die Eisen. Aber lustig sehen sie einfach aus.

Inzwischen habe ich ein Rentier auch verkostet. Feines Steak. Ganz toll.

Dann komme ich zu einer Fähre. Der nördlichste Punkt an dem ich umdrehen will. Als ich ankomme ist kein Mensch da. Ich warte 5 Minuten. Keiner kommt. Ich schaue mich auf der Fähre und am Fährhäuschen um. Da finde ich eine Anleitung!
Ich soll:
- Mit dem Fahrzeug auffahren
- Eine Rampe schließen
- Mit Muskelkraft die Fähre mit einem Seil übersetzen
- Eine Rampe öffnen
- Mit dem Fahrzeug abfahren
- Ein Ruderboot an der Fähre anbinden
- Die Rampe wieder schließen
- Die Fähre wieder zurück übersetzen
- Das Ruderboot besteigen und auf die andere Seite (da wo jetzt das Motorrad steht) fahren
- „Wichtig“ steht da: Man soll nicht so schnell fahren und rechtzeitig bremsen?
Interessant. Offenbar kommt da grundsätzlich keiner. Ich schaue mir das ganze 10 Minuten an und inspiriere die Fähre. Schon ein amtliches Boot! Ich soll das bedienen? Bremsen, keine Ahnung, aber ich bin bereit.

Also, Schritt eins, Auffahren. Geklappt.
Da kommt ein Peter, von einem Haus nebenan, angeschlappt. Er kommt auf mich zu und frägt, ob er helfen kann. Ganz der Schwede, nett und freundlich, ganz geruhsam. Ich erkläre, Hilfe wäre angebracht, da ich keine Ahnung vom Bremsen habe. Er sagt, für 10 Euro kann er sogar den Motor der Fähre anwerfen und mich rüber fahren. Ganz ohne Ruderboot und so. Super Sache, aber ich habe keine 10 Euro. Was sagt der Schwede: Zahlst halt beim nächsten Mal. Super der Peter. Wir plauschen noch eine ganze Weile. Er findet mein Motorrad toll und ich mag seine Gegend. So ist es hier in Nordschweden, toll.
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