{"id":5614,"date":"2016-02-28T16:10:23","date_gmt":"2016-02-28T14:10:23","guid":{"rendered":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5614"},"modified":"2018-09-21T17:52:37","modified_gmt":"2018-09-21T15:52:37","slug":"back-in-europe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5614","title":{"rendered":"back in Europe"},"content":{"rendered":"<p>Tag 86 &#8211; 23. August<br \/>\n23. August. Es ist Sonntagmorgen und 07:30 Uhr als das Handy zum Wecken klingelt. M\u00fcde qu\u00e4len wir uns hoch, einerseits unwillig wegen gestern Abend andererseits weil es der Anfang vom Ende unserer Reise ist. Unser Tagesziel heute ist die russisch-lettische Grenze oder zumindest Velikiye Luki, knapp 600 km von Moskau entfernt. Doch erst einmal geht es in den Hotelkeller zum Fr\u00fchst\u00fccken. Frisch gest\u00e4rkt wird dann schnell Alles gepackt und zu den Moppeds geschleppt wo wir uns dann fertig machen. Schon ein komisches Gef\u00fchl, wir lassen John zur\u00fcck und gleichzeitig endet hier auch die bisherige Freiheit, sich im Reisemodus zu bewegen, sprich Alles k\u00f6nnen und Nichts m\u00fcssen. Tobias muss in 8 Tagen wieder arbeiten, also hilft es nichts, wir m\u00fcssen uns auf den Weg machen. John kann erst am Montag seinen Beemer reparieren und will dann ebenfalls gen Heimat fahren. Da es ziemlich wahrscheinlich ist, dass er \u00fcber Hamburg f\u00e4hrt wird er nat\u00fcrlich gleich zur \u00dcbernachtung eingeladen.<br \/>\nDann wird es ernst, wir umarmen uns und mit einer kleinen Tr\u00e4ne im Auge sitzen wir auf und starten die Motoren. Es ist jetzt Neun Uhr, vor uns liegen keine Pisten mehr, sondern zun\u00e4chst die Stadtautobahn und dann eine wahrscheinlich gut gepflegte Fernstra\u00dfe, die M 9. Also los geht\u2019s! Kurzes Winken und schon verschwindet das Hotel und ein einsamer John im R\u00fcckspiegel. Da es Sonntag ist haben wir ziemlich freie Fahrt, anscheinend sind die Moskauer Langschl\u00e4fer.<br \/>\nAuf der Stadtautobahn wird\u2019s langsam voller, aber es geht doch recht z\u00fcgig voran. Wir kommen am ehemaligen Olympia-Gel\u00e4nde vorbei und nach einer Stunde erreichen wir den Stadtrand von Moskau. Wider Erwarten haben wir keine maroden Plattenbauten oder \u00e4hnliches sehen k\u00f6nnen, anscheinend unterscheidet sich Moskau wirklich so gut wie gar nicht von anderen europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dten. Wir fahren durch dicht besiedeltes h\u00fcgeliges Gebiet mit vielen Neubaugebieten, sozusagen der Speckg\u00fcrtel Moskaus. Einmal werden wir kurz mit der Vergangenheit konfrontiert, an der Autobahn weist ein Denkmal auf die Stelle hin, wo die Wehrmacht 1941 Moskau am n\u00e4chsten kam. Ansonsten verl\u00e4uft die Fahrt entspannt und wir ziehen gleichm\u00e4\u00dfig mit ca. 90 \u2013 100 km\/h unsere Bahn.<br \/>\nBeim Tanken machen wir die Bekanntschaft mit einem jungen Russen, der uns gleich auf Englisch anspricht. Ob wir Lust h\u00e4tten eine Blick auf die nahegelegene Rennstrecke zu werden, dort l\u00e4uft grad eine Motorradevent. Nach einigem Z\u00f6gern bedanken wir uns f\u00fcr die nett gemeinte Einladung aber wir fahren lieber weiter, irgendwie scheint es uns doch nach Hause zu ziehen.<br \/>\nSo langsam gelangen wir wieder in den Fahrmodus, es l\u00e4uft einfach und wir k\u00f6nnen die Gedanken schweifen lassen und nach gut 300 Kilometer ver\u00e4ndert sich dann die Landschaft, die Ortschaften werden seltener und kleiner, es gibt mehr Wald und Felder und die Stra\u00dfen, die abzweigen sind h\u00e4ufig nur noch Pisten. Nur die M9 beh\u00e4lt ihren guten Asphalt. Wegen der geringen Dichte von Tankstellen fahren wir lieber rechtzeitig zum Tanken raus und nutzen unsere Reichweite nicht aus, aber 300 km gehen immer.<br \/>\nSo gegen Drei halten wir nach einer Rastst\u00e4tte aus und halten dort an, so langsam macht sich Hunger bemerkbar. Auch hier gilt, es wird das letzte Mal sein, dass wir eine russische Mahlzeit bestellen. Wir lassen es uns schmecken und w\u00e4hrend wir Essen tauchen ein paar Moppedfahrer auf, Russen die am Wochenende auf einem Bikerfestival bei St. Petersburg waren. Sp\u00e4ter sehen wir noch reichlich davon, die uns winkend entgegenkommen.<br \/>\nGegen F\u00fcnf machen wir noch einmal eine kurze Pinkelpause, dabei zeigt uns der Blick aufs Navi, dass wir nur noch eine Stunde von der Grenze entfernt sind. Der kurze Kriegsrat hat als Ergebnis, dass wir doch heute noch versuchen wollen \u00fcber die Grenze zu kommen.<br \/>\nWarum auch nicht, es ist noch zu fr\u00fch zum Halten und bis zur Grenze ist weder eine Ortschaft noch ein Hotel auf der Karte eingetragen. Also wieder aufgesattelt und weiter geht\u2019s. Mittlerweile umgibt uns fast nur noch Wald und sogar die Fahrzeuge werden immer weniger. Kurz vor der Grenze fangen dann die Lkw an sich zu stauen. Wir fahren dran vorbei und k\u00f6nnen kurz vorm Grenz\u00fcbergang noch einmal preiswert voll tanken. Dann stehen wir vor dem Checkpoint.<br \/>\nWie erwartet geht es auf der russischen Seite z\u00fcgig voran, alle Grenzer sind freundlich und nach einer guten Viertelstunde stehen wir vor dem lettischen Checkpoint. Der guckt uns skeptisch an und begutachtet unsere P\u00e4sse intensiv, bevor er uns weiter zur Abfertigung fahren l\u00e4sst. Hier erwarten wir eigentlich eine entspannte und lockere Abfertigung, schlie\u00dflich sind wir wieder in der EU. Doch weit gefehlt, die lettischen Z\u00f6llner haben nicht nur das gesamte Gep\u00e4ck kontrolliert, sondern wir mussten noch eine fast hochnotpeinliche Befragung \u00fcber uns ergehen lassen, sondern dazu noch eine Erkl\u00e4rung ausf\u00fcllen, wieviel Sprit wir in den Tanks haben, ob Lebensmittel an Bord sind und die Gr\u00fcne Versicherungskarte vorlegen. Zwar waren die Jungs freundlich, aber distanziert und irgendwie f\u00fchlten wir uns gar nicht wohl, das hatten wir uns anders vorgestellt! Aber egal, auch das ging vorbei und es ist ja der letzte Grenz\u00fcbergang f\u00fcr uns in dieser Art.<br \/>\nNachdem wir die Grenze hinter uns gelassen haben warfen wir einen Blick auf das Navi und entscheiden uns, die Hauptstra\u00dfe zu verlassen und uns auf kleinen Nebenstra\u00dfen weiter gen Westen nach Litauen zu bewegen. Diese Str\u00e4\u00dfchen entpuppten sich als herrliche Schotterstrecken und zum Abschluss suchten wir uns noch ein stilles Pl\u00e4tzchen, wo wir das letzte Mal unsere Zelte aufschlugen. Viel zu Essen hatten wir nicht mehr, aber es gab f\u00fcr jeden noch ein Snickers und eine T\u00fcte Pistazien, dazu unseren gewohnten Mac-Kaffee. Wir sind dann mit Einbruch der Dunkelheit in den Zelten verschwunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 86 &#8211; 23. August 23. August. Es ist Sonntagmorgen und 07:30 Uhr als das Handy zum Wecken klingelt. M\u00fcde qu\u00e4len wir uns hoch, einerseits unwillig wegen gestern Abend andererseits weil es der Anfang vom Ende unserer Reise ist. 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