{"id":5510,"date":"2016-01-24T14:05:45","date_gmt":"2016-01-24T12:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5510"},"modified":"2018-09-21T17:52:37","modified_gmt":"2018-09-21T15:52:37","slug":"tynda-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5510","title":{"rendered":"Tynda"},"content":{"rendered":"<p>Tag 77 und 78 \u2013 14. und 15. August<br \/>\n14. August. Unsere erste Nacht in Tynda verlief angenehm ruhig, kein ratternder Waggon, keine St\u00f6rungen durch angetrunkene Bahnarbeiter, die Rauchen und Reden wollten, ein bequemes Bett und so haben wir recht lange geschlafen. Leider gab es im Hotel kein Fr\u00fchst\u00fcck, weil das dazu geh\u00f6rende Restaurant geschlossen hatte wegen der Vorbereitungen f\u00fcr eine geschlossene Gesellschaft.<br \/>\nAber egal, wir wollten eh runter zum Bahnhof und gucken, wie sich unsere Moppeds im Waggon machen und nat\u00fcrlich bei der Abfahrt zugucken. Maxim kam auch dazu und f\u00fchrte uns zum Waggon, der bereits an den Zug nach Moskau angeh\u00e4ngt war. Wir kletterten hinein und waren erstaunt, dass der Waggon von einem P\u00e4rchen begleitet wurde, die auf den einzelnen Stationen f\u00fcr die Ausgabe der Fracht zust\u00e4ndig waren und nat\u00fcrlich aufpassen sollen, dass keine unbefugten an die G\u00fcter kommen.<br \/>\nUnsere Moppeds waren unversehrt und etliche Frachtst\u00fccke waren sauber um sie herum gepackt. So werden sie sicher und ohne Sch\u00e4den in Moskau ankommen.<br \/>\nBeruhigt gingen wir dann mit Maxim ins Bahnhofsgeb\u00e4ude, um unsere Tickets f\u00fcr den n\u00e4chsten Zug nach Moskau zu kaufen. Maxim ging mit uns nicht in die Schalterhalle, sondern in den Verwaltungsfl\u00fcgel zu seiner wie er sagte Lieblingssachbearbeiterin. Dort wurde uns erkl\u00e4rt welche Tickets es gibt und was f\u00fcr die gut 5 Tage dauernde Reise am sinnigsten w\u00e4re. Wir entschieden uns dann f\u00fcr die teuerste Variante, ein Coup\u00e9, sprich ein abgeschlossenes Abteil mit 4 Betten, wovon wir 3 belegten. Der Preis war auch unserer Sicht ein Schn\u00e4ppchen, umgerechnet etwa 180 \u20ac pro Nase f\u00fcr die 5500 km. Bereits die Strecke Hamburg-L\u00f6rrach, grad mal 700 km kostet in Deutschland genauso viel.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5532\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/10_Russia3_039.jpg\" alt=\"10_Russia3_039\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/10_Russia3_039.jpg 800w, http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/10_Russia3_039-300x169.jpg 300w, http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/10_Russia3_039-768x432.jpg 768w, http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/10_Russia3_039-356x200.jpg 356w, http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/10_Russia3_039-700x393.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><br \/>\nTickets bestellt, kurz den Geldautomaten gepl\u00fcndert und wir hielten unsere Tickets in der Hand. Wir sagten noch einmal Danke und gingen dann in die Bahnhofshalle zum Fr\u00fchst\u00fccken. Das war nicht grad berauschend, weil eben typisch Bahnhof .<br \/>\nNoch ein paar bewundernde Blicke auf die riesige Dampflok geworfen, die als Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz steht, dazu ein paar nette \u201eLegs\u201c bewundern und dann gehen wir zum gro\u00dfen Parkplatz und nehmen ein Taxi zum Hotel. Dort k\u00fcmmerten wir uns um die W\u00e4sche und ich schrieb ein wenig am Blog. Gegen Abend sind wir dann Essen gegangen, diesmal ausw\u00e4rts in ein Restaurant namens Pirat oder so \u00e4hnlich. Das war recht gem\u00fctlich und die Karte verspr\u00fchte einen karibischen Charme, aber letztlich war die Auswahl ziemlich beschr\u00e4nkt und so gab es Pommes, Kotelett und Salat. Allerdings irgendwie nicht in der richtigen Reihenfolge, sondern durcheinander. Die Kellnerin hatte nicht wirklich Lust auf die Arbeit und wirkte irgendwie grimmig, obwohl sie nett aussah. Erst als wir bezahlen wollten konnte ich ihr ein L\u00e4cheln entlocken.<br \/>\nJohn kam noch mit anderen G\u00e4sten ins Gespr\u00e4ch, eine Frau und zwei M\u00e4nner. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie den \u00f6rtlichen \u201eClub\u201c f\u00fchrte.<br \/>\nZur\u00fcck im Hotel gings dann auch bald zu Bett, die letzten Tage steckten uns doch noch in den Knochen.<\/p>\n<p>15. August. Wieder kein Fr\u00fchst\u00fcck, diesmal wird das Restaurant f\u00fcr eine Hochzeit vorbereitet Aber egal, wir wollen sowieso runter in die Stadt und ein bisschen Vorr\u00e4te einkaufen f\u00fcr die morgige Bahnfahrt, dazu ein paar Ersatz-Kleidungsst\u00fccke f\u00fcr die gut 5 Tage auf der Eisenbahn. Also geht\u2019s erst einmal r\u00fcber zu einem Kiosk und es wird f\u00fcr unser klassisches Fr\u00fchst\u00fcck, Snickers und Cola eingekauft.<br \/>\nAnschlie\u00dfend wandern wir durch die Stadt zum sogenannten Chinesenmarkt. Hier wird aus Seecontainern heraus alles M\u00f6gliche verkauft, von Kleidung bis hin zur Outdoorausr\u00fcstung. Bei genauerem Hingucken stellt man fest, dass die Qualit\u00e4t der Waren dem niedrigen Preis entspricht, dabei ist sogar noch etwas Spielraum f\u00fcrs Handeln drin. Wir erstehen ein paar Socken, ich ein Hemd in Gr\u00f6\u00dfe XXXXXL, was mir gerade passt, Tobias eine Jogginghose und eine gro\u00dfe Tasche f\u00fcr seine Moppedklamotten.<br \/>\nKurz nach dem Chinesenmarkt kommen wir an einem kleinen aber feinen Einkaufszentrum vorbei, hier sind alle L\u00e4den in russischer Hand und das Angebot ist deutlich wertiger, aber auch teurer. Sogar eine Art IKEA-Shop gibt es hier in der sibirischen Ein\u00f6de. Im Angebot sind viele Deko-Artikel und andere Kleinigkeiten, aber man kann auch anhand des Kataloges das komplette Programm bestellen. Dazu sind einige Boutiquen vorhanden, die entweder hochpreisigen Schmuck, Uhren oder die typischen Designerfummel anbieten. In einem Jeansshop werde ich dann f\u00fcndig und erstehe eine Jeans, da meine Trekkinghose dringend eine W\u00e4sche braucht.<br \/>\nAnschlie\u00dfend geht\u2019s ins Stadtzentrum, wo wir dann in ein Kaffee einfallen f\u00fcr ein fr\u00fches Mittagessen. Gem\u00fctlich wandern wir dann zur\u00fcck zum Hotel. Dabei kommen wir an einem Laden vorbei, der sich Diesel-Club nennt. Er sieht recht einladend aus und wir beschlie\u00dfen, ihn heute Abend aufzusuchen. Im Hotel angekommen k\u00fcmmern wir uns um die frischen Neuerwerbungen, sprich einpacken bzw. waschen.<br \/>\nAnschlie\u00dfend machen wir Mittagsschlaf und gegen Abend geht\u2019s dann zum Diesel-Club, der hat zwar auf, aber zu Essen gibt es nichts und es ist auch noch tote Hose im Laden. Aber die Einrichtung gef\u00e4llt, sehr modern, viel Alu und etliche Moppedteile \u00fcberall. Die Bar ist ausgezeichnet sortiert, das l\u00e4sst f\u00fcr den Abend hoffen.<br \/>\nAlso wieder zur\u00fcck ins altbekannte Restaurant mit der gro\u00dfen Karte und der kleinen Auswahl. So gegen 22:00 sind wir dann wieder im Diesel-Club. Diesmal gibt es eine Einlasskontrolle und wir m\u00fcssen einen kleinen Obolus als Eintritt errichten.<br \/>\nDrinnen ist schon deutlich mehr los, viele junge M\u00e4dels, ein paar davon mit gleichaltrigen Freunden, aber auch alte Knacker, die dank ihres Geldes einige wirklich hei\u00dfe Feger um sich geschart haben. Statt erwarteter Rockmusik wummert Techno aus den Lautsprechern\u2026 Aber egal, das Bier ist gut gek\u00fchlt und wir gucken uns erst einmal um.<br \/>\nDann kommen ein paar Russen an unseren Tisch, sie wollen uns zum Trinken einladen und ein wenig \u00fcber uns erfahren. Mehr schlecht als recht ist die darauf folgende Unterhaltung und irgendwie werde ich das Gef\u00fchl nicht los, dass Typen uns anbaggern wollen. Naja, h\u00f6flich wie man ist trinkt man halt ein paar Gl\u00e4ser zusammen und dann versuche ich den Typen irgendwie los zu werden. Tobias und John verkr\u00fcmeln sich auf die Tanzfl\u00e4che und lassen mich am Tisch sitzen. Eigentlich hab ich echt keinen Bock noch l\u00e4nger hier zu bleiben, aber dann gehe ich auch auf die Tanzfl\u00e4che, mit etwas Alkohol l\u00e4sst sich diese Techno-Kacke sogar halbwegs ertragen. Was g\u00e4be ich jetzt nicht f\u00fcr einen Song von ACDC wir Highway to Hell oder so.<br \/>\nIrgendwann ziehen wir uns dann zur\u00fcck und marschieren ins Hotel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 77 und 78 \u2013 14. und 15. August 14. August. Unsere erste Nacht in Tynda verlief angenehm ruhig, kein ratternder Waggon, keine St\u00f6rungen durch angetrunkene Bahnarbeiter, die Rauchen und Reden wollten, ein bequemes Bett und so haben wir recht lange geschlafen. 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