{"id":5230,"date":"2015-10-04T11:54:28","date_gmt":"2015-10-04T09:54:28","guid":{"rendered":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5230"},"modified":"2018-09-21T17:52:37","modified_gmt":"2018-09-21T15:52:37","slug":"tynda","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5230","title":{"rendered":"Ankunft in Tynda"},"content":{"rendered":"<p>Tag 76 \u2013 13. August<br \/>\nWas f\u00fcr eine Nacht! Zwar haben uns die Bahnarbeiter ihre Kojen abgetreten, aber so richtig komme ich nicht in Schlaf. Drei oder viermal werde ich geweckt, um mit den Arbeitern eine zu rauchen oder einfach ein bisschen \u00fcber uns zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150812_195439-2.jpg\" alt=\"20150812 195439\" width=\"337\" height=\"310\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150812_195445-1.jpg\" alt=\"20150812 195445\" width=\"337\" height=\"311\"><\/p>\n<p>Aber was solls, immerhin kommen wir nach Tynda und stecken nicht in der Pampa, genannt Chilchi, fest;-)<br \/>\nSo gegen Sechs reicht mir das dann, wieder werde ich geweckt, aber nach der Zigarette auf dem Plattformwaggon bleibe ich einfach wach. Das ist schon ein bisschen schr\u00e4g, wir sitzen w\u00e4hrend der Fahrt auf dem Waggon und lassen die sibirische Taiga an uns vorbei ziehen und beobachten, wie der Tag beginnt und sich die Sonne durch den Dunst k\u00e4mpft. Tobias und John sind mittlerweile aiuch wach und gesellen sich zu uns auf die Plattform.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150813_090807.jpg\" alt=\"20150813 090807\" width=\"337\" height=\"323\"><\/p>\n<p>Zwar muss unser Zug immer wieder anhalten und diverse G\u00fcter- und Personenz\u00fcge passieren lassen, aber so bekommen wir immerhin so einiges vom Bahnbetrieb mit.<br \/>\nIrgendwann werden wir wieder in den Waggon gebeten und es wird uns Tee und Brot angeboten, dazu nat\u00fcrlich auch Wodka. Tee und Brot nehmen wir dankend an, allerdings verzichten wir auf den Wodka, schlie\u00dflich brauchen wir nachher einen klaren Kopf, um den Weitertransport der Moppeds zu organisieren.<br \/>\nGegen Zehn Uhr erreichen wir dann die Vororte von Tynda. Es handelt sich bei Tynda doch um eine respektable Stadt mit Industriebetrieben und einem gro\u00dfen Verschiebebahnhof, immerhin treffen hier die Verbindungsgleise nach Aldan, Vanino und der Transsib zusammen. Auch das Bahnhofsgeb\u00e4ude ist entsprechend gro\u00df und ziemlich repr\u00e4sentativ. Leider f\u00fchrt unsere Fahrt am Bahnhof vorbei auf ein Abstellgleis, aber dank der gemeinsamen Manpower der Bahnarbeiter klappt das Ausladen problemlos und so werden unsere Moppeds dann auf einem Weg neben den Gleisen abgestellt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150813_094841.jpg\" alt=\"20150813 094841\" width=\"337\" height=\"349\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150813_094929.jpg\" alt=\"20150813 094929\" width=\"337\" height=\"450\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150813_095014.jpg\" alt=\"20150813 095014\" width=\"337\" height=\"290\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150813_095845.jpg\" alt=\"20150813 095845\" width=\"337\" height=\"402\"><\/p>\n<p>Wir nehmen Abschied von den Bahnarbeitern und bedanken uns bei ihnen, dann noch schnell ein paar Fotos und schon rollt ihr Zug weiter.<br \/>\nNun stehen wir inmitten des Bahnhofsgel\u00e4ndes und sehen zu, dass wir zumindest von den Schienen weg kommen. Wir suchen uns ein Pl\u00e4tzchen, wo wir nicht im Weg stehen und \u00fcberlegen was wir jetzt machen. Letztlich scheint es am Besten zu sein, gleich in Richtung Bahnhof zu marschieren und zu eruieren, welche Optionen wir haben. Der Bahnhof ist von innen genauso imposant wie au\u00dfen, es herrscht ein reger Betrieb, lange Schlangen vor den Fahrkartenschaltern und alle kleinen L\u00e4den und die Kaffees sind ge\u00f6ffnet.<br \/>\nWir gehen erst einmal zur Information. Trotz der Sprachschwierigkeiten bekommen wir einige Informationen, aber leider ist der entsprechende Schalter geschlossen. Wir warten ein bisschen, aber dann ist es Zw\u00f6lf und laut Aushang ist der Schalter bis Eins geschlossen. Also holen wir etwas zu Essen und Trinken und gehen zur\u00fcck zu den Moppeds und John, der bei den Maschinen geblieben ist. Wir beschlie\u00dfen dann, dass ich nachher in die Stadt fahre und ein Hotel suche w\u00e4hrend Tobias nachher weiter nach Transportm\u00f6glichkeiten sucht. John will weiter bei den Bikes bleiben, weil er sowieso kein russisch spricht oder versteht.<br \/>\nIch habe zwar ein paar Wegpunkte f\u00fcr Hotels im Navi, aber es stellt sich heraus, das eins eine Bruchbude ist, das zweite eine Baustelle und das dritte oder besser der Wegpunkt ins Nichts f\u00fchrt. Auf dem R\u00fcckweg sehe ich dann ein Reklameschild f\u00fcr ein Hotel und ich versuche, das Hotel dann ausfindig zu machen. Leider gelingt das mir nicht, aber ich habe Gl\u00fcck, ein P\u00e4rchen spricht mich wegen der XChallenge an und nach ein paar S\u00e4tzen \u00fcber das Woher und Wohin bieten sie mir ihre Hilfe an, gl\u00fccklicherweise spricht die Frau sehr gut englisch und so finden wir dann ein gutes Hotel, kurz mit der Rezeptionistin alles abgesprochen, die Zimmer oder besser das Appartement angesehen und dann zur\u00fcck zum Bahnhof wo sich John das bequem gemacht hat und mit seinem Reader in der Hand neben den Moppeds sitzt. Ich berichte ihm vom Hotel und er ist einverstanden. Tobias ist noch unterwegs in Sachen Transport, also setzte ich mich erst einmal zu John und warte ein bisschen.<br \/>\nDann taucht Tobias auf. Er strahlt \u00fcber das ganze Gesicht. Zwar war der Besuch des ersten Schalters erfolglos, aber die Dame hat ihm dann eine Telefonnummer geben wollen von einer zur Bahn geh\u00f6renden Spedition, nachdem er dann etwas energisch geworden ist hat sie dann dort angerufen und ja, sie w\u00fcrden auch Motorr\u00e4der transportieren! Also hin zur Spedition und dank der Hilfsbereitschaft vom Mitarbeiter der Spedition k\u00f6nnen wir sogar noch heute die Motorr\u00e4der verladen. Bingo, wir sind wirklich Gl\u00fcckspilze. Die Moppeds gehen mit dem Zug am n\u00e4chsten Tag nach Moskau, w\u00e4hrend wir dann 2 Tage sp\u00e4ter ebenfalls mit dem Zug nah Moskau fahren.<br \/>\nIch fahre dann schnell zur\u00fcck zum Hotel und mache das Zimmer klar, lasse meine Klamottentasche schon mal im Zimmer und dann geht\u2019s zur\u00fcck zum Bahnhof.<br \/>\nEigentlich sollen wir erst gegen 20:00 Uhr verladen, aber Tobias geht noch einmal zur Spedition und nach ein wenig Bitte Bitte sollen wir dann gegen Vier an der Rampe sein. Wir bringen dann schon mal die Moppeds in Position, und dann m\u00fcssen wir noch den Beemer dahin schieben, es geht direkt \u00fcber den Bahnsteig, was die Leute doch ein bisschen irritiert gucken l\u00e4sst, weil eigentlich f\u00e4hrt man doch ;-) Kaum haben wir die Bikes abgestellt beginnt es wie aus Eimern zu sch\u00fctten&#8230; wir stellen uns unter und versuchen die restlichen 2 Stunden tot zu schlagen. Zum Gl\u00fcck gibt es einen Durchgang beim Bahnhof, von dem aus wir die Waggons und unsere Moppeds sehen k\u00f6nnen und trotzdem einigerma\u00dfen trocken bleiben k\u00f6nnen. Innerhalb kurzer Zeit steht das Wasser 5 cm hoch auf dem Bahnhofsvorplatz und auch sonst gibt es \u00fcberall tiefe Pf\u00fctzen. Wieder haben wir Gl\u00fcck finden wir, der Regen h\u00e4tte uns sonst n\u00e4mlich unterwegs auf der BAM erwischt und es w\u00e4re kein Spa\u00df gewesen, die restlichen Kilometer bis nach Tynda durch den Schlamm der BAM zu fahren.<br \/>\nNach 2 Stunden Warten hat Tobias genug und geht zu den Waggons, wir haben n\u00e4mlich gesehen dass dort wieder Waren eingeladen werden.<br \/>\nKurz darauf kommt er zur\u00fcck und wir k\u00f6nnen unsere Moppeds verladen. Allerdings wird das nicht so ganz einfach, wir m\u00fcssen sie zuerst in einen kleinen Lkw laden, der f\u00e4hrt dann an den Waggon ran und dann vom Lkw noch einmal einen Meter hochheben um sie dann in den Waggon zu wuchten. Wider erwarten klappt das mit unseren leichten Moppeds ganz gut und so hoffen wir, dass es auch mit der dicken BMW einigerma\u00dfen funktioniert. Und in der Tat, es geht besser als erwartet und nach einem ordentlichen Kraftakt stehen alle drei Maschinen angelascht im Waggon. Ich habe dann auch gleich Stiefel und den Fahreranzug auf der Xchllenge verstaut, dann brauche ich das nicht im Zug nach Moskau mit zu nehmen.<br \/>\nDanach geht\u2019s zu unserem Spediteur, der dann mit uns zuerst zu einem Geldautomat f\u00e4hrt damit wir die Frachtrate bezahlen k\u00f6nnen und uns dann am Hotel absetzt. Wir verabreden uns dann mit ihm zum Abendessen im zum Hotel geh\u00f6renden Restaurant.<br \/>\nDann geht\u2019s unter die hei\u00dfe Dusche und in bequeme Freizeitklamotten.<br \/>\nSo gegen 19:00 Uhr sitzen wir dann im Restaurant und lassen uns in Sachen Men\u00fc \u00fcberraschen. Es wird reichlich aufgefahren wie es eben in Russland \u00fcblich ist, dazu etliche Bier und Kognak bzw. danach Vodka;-)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/20150813_224120.jpg\" alt=\"20150813 224120\" width=\"450\" height=\"337\"><\/p>\n<p>Die Unterhaltung verl\u00e4uft in Englisch, zwar etwas stockend aber wir verstehen uns pr\u00e4chtig und genie\u00dfen den kurzweiligen Abend mit unseren neuen russischen Freunden.<br \/>\nSo gegen Elf wird es dann Zeit sich zu verabschieden und w\u00e4hrend unsere G\u00e4ste nach Hause fahren genie\u00dfen wir unser komfortables Hotelbett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 76 \u2013 13. August Was f\u00fcr eine Nacht! Zwar haben uns die Bahnarbeiter ihre Kojen abgetreten, aber so richtig komme ich nicht in Schlaf. 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