{"id":5208,"date":"2015-10-04T11:38:28","date_gmt":"2015-10-04T09:38:28","guid":{"rendered":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5208"},"modified":"2018-09-21T17:52:38","modified_gmt":"2018-09-21T15:52:38","slug":"die-letzte-furt-und-andere-schwierigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5208","title":{"rendered":"Die letzte Furt und andere Schwierigkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Tag 74 \u2013 11. August<br \/>\nWir wollen heute fr\u00fch los, also gibt es erst einmal nur das \u201ekleine\u201c Fr\u00fchst\u00fcck, sprich Kaffee und eine Zigarette, unterwegs dann sp\u00e4ter wollen wir richtig fr\u00fchst\u00fccken. Schnell sind die Moppeds beladen und los geht\u2019s, die XChallenge springt wieder auf Schlag an und schon sind wir unterwegs. Zun\u00e4chst kommen wir gut voran weil die Piste gepflegt ist und auch die Br\u00fccken sind gut in Schu\u00df.<br \/>\nDann kommen wir zu einer gro\u00dfen Br\u00fccke, sogar aus Beton und gut gepflegt. Wir beschlie\u00dfen auf der Br\u00fccke zu fr\u00fchst\u00fccken. Nachdem wir das Essen ausgepackt haben mein Tobias, das irgendwo am Vorderrad von John Luft zischt. Eine Pr\u00fcfung ergab, dass der Reifen tats\u00e4chlich Luft verliert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2615.jpg\" alt=\"IMG 2615\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Also machen John und ich uns dran das Vorderrad auszubauen, w\u00e4hrend Tobias sich um das Fr\u00fchst\u00fcck k\u00fcmmert. Mittlerweile sind wir in Sachen Radausbau ge\u00fcbt und auch den Reifen kriegen wir schnell von der Felge. In der Tat, da ist ein Loch im Schlauch. Ursache ist das untere Teil vom Schlauchlosventil, John hat vergessen das Gummist\u00fcck beim letzten Mal aus dem Reifen zu fischen. Egal, schnell den Schlauch flicken und w\u00e4hrend der Wartezeit das Fr\u00fchst\u00fcck genie\u00dfen. Nach dem trocknen vom Flicken ist dann auch alles wieder Ruck zuck zusammen gebaut und wir k\u00f6nnen weiterfahren.<br \/>\nNach wie vor kommen wir gut voran, mittlerweile fahren wir wieder parallel zur Bahntrasse, da h\u00e4lt John pl\u00f6tzlich an. Er hat schon wieder einen Plattfu\u00df am Vorderrad. Wir Beide gehen flink ans Werk und als wir das Rad drau\u00dfen haben kommt Tobias wieder zur\u00fcck, er war als erster unterwegs und hatte zun\u00e4chst 5 Minuten gewartet bevor er umgedreht ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2620.jpg\" alt=\"IMG 2620\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2619.jpg\" alt=\"IMG 2619\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Der Fehler ist schnell gefunden, der Flicken war nicht richtig verklebt und deswegen gabs wieder einen Plattfu\u00df. Diesmal packt John seinen zweiten Reserveschlauch in den Reifen und der kaputte Schlauch wird dann sp\u00e4ter geflickt. Ich w\u00fcrde sagen, diesmal waren wir in Rekordzeit fertig,keine 30 Minuten hat es gedauert bis der Beemer wieder fahrbereit war!<br \/>\nIrgendwie scheint heute der Wurm drin zu sein, einerseits kommen wir trotz der Platten ganz gut voran, aber irgendwie haben wir alle Drei das Gef\u00fchl, das da noch was kommt. Und wir haben Recht, trotz guter Piste fehlt doch glatt eine Br\u00fccke \u00fcber einen recht breiten Fluss. Etwas weiter stromab finden wir dann die Furt, sie sieht gar nicht so schlecht aus und so entscheiden wir uns f\u00fcr die Furt und suchen nicht lange nach einer auffahrt zur Eisenbahnbr\u00fccke.<br \/>\nTobias macht den Anfang und er kommt gut durch, anschlie\u00dfend folge John und ich, ebenfalls ohne Probleme obwohl der Fluss relativ breit ist. Aber die Str\u00f6mung ist nicht zu stark und der Boden recht fest ohne allzu viele Rollsteine, au\u00dferdem nur knietief.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/dsc_0238.jpg\" alt=\"DSC 0238\" width=\"450\" height=\"253\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/dsc_0241.jpg\" alt=\"DSC 0241\" width=\"450\" height=\"253\"><\/p>\n<p>Wir hoffen das es nun genug Probleme f\u00fcr heute waren und fahren weiter.<br \/>\nDoch es kommt anders, am fr\u00fchen Nachmittag erreichen wir wieder einen Fluss, noch breiter als der vorige und die Br\u00fccke fehlt nat\u00fcrlich auch. Eine gangbare Furt ist ist in der N\u00e4he nicht zu finden, also zur\u00fcck und wieder auf die Trasse parallel zur Eisenbahn und die Eisenbahnbr\u00fccke nehmen. Doch da kommen wir nicht weiter, auf der Br\u00fccken sind gerade Gleisbauarbeiten im Gange. Deswegen haben wir auch keine Z\u00fcge gesehen bis jetzt, wir hatten uns schon gewundert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2625.jpg\" alt=\"IMG 2625\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2627.jpg\" alt=\"IMG 2627\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2628.jpg\" alt=\"IMG 2628\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Tobias spricht mit dem Vorarbeiter und der sagt, in ca. 3 Stunden w\u00e4ren sie fertig und wir k\u00f6nnten dann \u00fcber die Br\u00fccke. Alternativ k\u00f6nnten wir auch die Furt nehmen, die direkt in der N\u00e4he der Br\u00fccke ist. Von der Br\u00fccke aus sieht das gar nicht so schlecht aus, zwar m\u00fcssen wir ein St\u00fcck weit \u00fcber Ger\u00f6ll fahren und dann 200 m durchs vielleicht knietiefe Wasser, aber die andere Furt vorhin war \u00e4hnlich. Also beschlie\u00dfen wir die Furt zu nehmen, um nicht zu viel Zeit zu verlieren, wie sind wohl schon in einer Art Endspurtstimmung&#8230;<br \/>\nAlso runter von der Br\u00fccke und wie gewohnt die letzten Tage f\u00e4hrt Tobias als Erster durch die Furt.<br \/>\nEs wird dann doch nicht der erwartete Spaziergang, die KTM h\u00fcpft und springt wegen der gro\u00dfen Steine, ein oder zweimal sieht es fast aus als wenn Tobias umkippt aber dann schafft er doch. John und ich entscheiden dann, dass ich als Zweiter gehe, um anschlie\u00dfend die BMW zu Dritt \u00fcber den Fluss zu bringen. Zun\u00e4chst komme ich besser voran als Tobias, aber dann erwische ein Loch und die XChallenge sitzt fest.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2629.jpg\" alt=\"IMG 2629\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>John kommt zu Hilfe und mit Gewalt und kreischender Kupplung befreien wir die Maschine&#8230; Weiter geht\u2019s, die XChallenge h\u00fcpft und bockt wie bei Tobias, aber letztlich komme ich ans andere Ufer!<br \/>\nJetzt kommt der Beemer, das wird bestimmt nicht leicht, auch wenn Tobias und ich schieben. Wie bei mir klappt das auf den ersten Metern ganz gut, aber dann wird\u2019s haarig, wir kommen zwar noch voran, aber nur mit kr\u00e4ftigem Schieben. Dann sitzt der Beemer fest, eingegraben bis zum Bodenblech&#8230; Mit Hauruck und schleifender Kupplung versuchen wir den Bock wieder voran zu bekommen. Dann tut es einen harten metallischen Schlag und nichts geht mehr. Die Kupplung vom Beemer hat sich verabschiedet sie wie es aussieht und besonders wie es sich anh\u00f6rt.<br \/>\nZuerst denken wir, sie ist nur hei\u00df gelaufen und muss abk\u00fchlen, doch auch nach einigen Minuten tut sich nichts in Sachen Vortrieb&#8230; Letztlich m\u00fcssen wir uns geschlagen geben, ohne Motorkraft kriegen wir die 400 kg schwere Maschine nicht \u00fcber den Fluss.<br \/>\nAber wie schon gesagt, wir sind einfach Gl\u00fcckskinder, die Bauarbeiter haben einen Traktor. Also hin zum Vorabeiter und fragen, ob sie den Beemer bergen k\u00f6nnen. Sie wollen uns helfen, aber das kostet 3000 Rubel. Okay, einverstanden, weil im Wasser bleiben ist keine alternative. Zuerst versuchen wir dann, den Beemer in seine Schaufel zu bekommen, was nicht klappt, also bleibt nur ziehen \u00fcber, schnell wird ein Tampen am Beemer befestigt und gnz langsam setzt sich der Schleppzug in Bewegung. John sitzt auf dem Mopped und wir halten die Maschine links und rechts fest. Wir lassen den Beemer gleich zum Lager der Bauarbeiter schleppen und dann m\u00fcssen wir erst einmal Luft holen und uns Gedanken machen, wie es weiter gehen soll oder besser kann.<br \/>\nNicht nur dass der Beemer nicht mehr aus eigener Kraft fahren kann, die Kupplungen unserer Moppeds sind nach der Furt auch nicht grade neuwertig, damit f\u00e4llt das Abschleppen schon mal weg. Tobias spricht deswegen noch einmal mit dem Vorarbeiter. Der ist einverstanden, sp\u00e4ter die BMW mit seinem Kranlaster nach Chilchi, dem n\u00e4chsten Ort zu bringen. Knapp 15 km entfernt.<br \/>\nDas soll dann auch noch einmal 3000 Rubel kosten.<br \/>\nWas solls, ist sogar im Verh\u00e4ltnis zur Bergung preiswert. Au\u00dferdem hat hier jeder Ort einen Bahnhof, das hei\u00dft wir k\u00f6nnen von da aus notfalls mit dem Zug nach Tynda fahren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2635.jpg\" alt=\"IMG 2635\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2637.jpg\" alt=\"IMG 2637\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/img_2642.jpg\" alt=\"IMG 2642\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>So gegen F\u00fcnf trifft der Lkw dann ein und kurz danach beginnt die Verladung. John f\u00e4hrt dann im Lkw mit und wir tuckern langsam hinter her. In Chilchi, einem kleinen Ort lassen wir die BMW dann beim Bahnhof abladen. Nat\u00fcrlich sind wir eine kleine Sensation, recht schnell sammeln sich etliche Leute um uns herum und haben tausend gute Ratschl\u00e4ge f\u00fcr uns.<br \/>\nSo erz\u00e4hlt einer von einem Transporter, der die BMW nach Tynda bringen k\u00f6nnte. Der Besitzer wird herbei telefoniert und John und Tobias fahren mit ihm zum Transporter. Leider erweist sich der Transporter als zu klein.<br \/>\nN\u00e4chster Versuch ist dann bei der Bahn, doch dort hei\u00dft es erst einmal, wir m\u00fcssen bis Acht Uhr warten, wenn der Bahnhofsvorsteher im Dienst ist. Naja, die Zeit kriegen wir auch noch rum. Wir sprechen mit den Russen, die um uns herum stehen und so langsam kriegen wir raus, das am n\u00e4chsten Tag ein Zug f\u00e4hrt, bestehend aus einem Plattformwagen und einem Personenwaggon. Sie w\u00fcrden auch rechtzeitig am Bahnhof sein, um die Moppeds mit auf zu laden.<br \/>\nDann versuchen wir es noch einmal mit dem Bahnhofsvorsteher, der sich als richtig lecker M\u00e4del entpuppt, nicht wie erwartet ein alter Mann. Natascha ist hilfsbereit und mit Tante Rosis (meine Tante in Deutschland) am Telefon kriegen wir dann so einiges gekl\u00e4rt. In der Tat geht Morgen der vorhin genannte Zug, allerdings entscheidet die Zugf\u00fchrerin, ob wir mit kommen k\u00f6nnen, da der Zug nur f\u00fcr ein paar Minuten hier h\u00e4lt. Naja, immerhin fragen k\u00f6nnen wir und halt rechtzeitig auf dem Bahnsteig bereit stehen.<br \/>\nAu\u00dferdem d\u00fcrfen wir im Bahnhofsgeb\u00e4ude \u00fcbernachten, dort haben sie n\u00e4mlich Zimmer f\u00fcr Bahnmitarbeiter mit Betten und einer Dusche. Damit ist der Tag mehr oder weniger gerettet. Jetzt bleibt nur noch der Einkauf f\u00fcrs Abendessen zu erledigen und dann harren wir der Dinge, die morgen auf uns zu kommen.<br \/>\nWir sind zwar noch etwas skeptisch, ob das Morgen auch Alles klappen wird, aber trotzdem scheint es sich zum Guten zu wenden, so gehen wir dann auch recht entspannt ins Bett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 74 \u2013 11. August Wir wollen heute fr\u00fch los, also gibt es erst einmal nur das \u201ekleine\u201c Fr\u00fchst\u00fcck, sprich Kaffee und eine Zigarette, unterwegs dann sp\u00e4ter wollen wir richtig fr\u00fchst\u00fccken. 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