{"id":5132,"date":"2015-08-22T17:09:07","date_gmt":"2015-08-22T15:09:07","guid":{"rendered":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5132"},"modified":"2018-09-21T17:52:38","modified_gmt":"2018-09-21T15:52:38","slug":"ein-bisschen-zug-und-ein-erfrischendes-bad","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=5132","title":{"rendered":"Ein bisschen Zug und ein erfrischendes Bad"},"content":{"rendered":"<p>8. August. Wir haben recht gut geschlafen und bringen am Morgen das Feuer wieder in Gang. Wir genie\u00dfen das Fr\u00fchst\u00fcck, dazu den hei\u00dfen Kaffee. Johns Klamotten sind einigerma\u00dfen trocken und so k\u00f6nnen wir in aller Ruhe das Camp abbrechen und uns auf dem Weg nach Yuktali machen.<br \/>\nGleich nach dem losfahren zeigt uns die BAM mal wieder, warum sie so etwas wie der heilige Gral der Abenteuerreisenden ist. Es gilt einen steilen Anstieg zu erklimmen, wobei durch Untersp\u00fclung eigentlich nur noch die halbe Stra\u00dfe befahrbar ist. Dazu macht mich Tobias auf meinen losen Kettenschutz aufmerksam. Eine Schraube hat sich verabschiedet, was sich aber schnell fixen l\u00e4sst, schlie\u00dflich habe ich eine gro\u00dfe Sammlung Ersatzschrauben dabei.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/img_2578.jpg\" alt=\"IMG 2578\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter h\u00f6re ich ein mahlendes mechanisches Ger\u00e4usch, aber die Quelle l\u00e4sst sich nicht eindeutig ausmachen. Immerhin scheint es kein Radlager zu sein wie eine Pr\u00fcfung ergibt. Also soweit m\u00f6glich das Ger\u00e4usch ignorieren und weiter fahren.<br \/>\nHeute stehen einige Eisenbahnbr\u00fccken auf der Agenda, nicht die kleinen, mit denen wir schon unsere Erfahrung haben, diesmal sind es gr\u00f6\u00dfere Kastenbr\u00fccken, die nicht so einfach zu bew\u00e4ltigen sind. Bei der ersten, so ca. 200 m lang warten wir erst einmal eine Zug ab, der l\u00e4sst sich aber reichlich Zeit, irgendwie sind heute weniger Z\u00fcge unterwegs als sonst. Dann f\u00e4hrt Tobias los und ich will hinterher, aber ich fahre mich im Schotter fest und lege die XChallenge erst einmal auf die Seite, damit sie nicht von einem Zug erfasst werden kann. John kommt zu Hilfe und wir schieben die Maschine erst einmal von der Br\u00fccke. Da das einiges an Zeit gekostet hat beschlie\u00dfen wir den n\u00e4chsten Zug abzuwarten. So vergeht dann noch ein gute Stunde, bevor wir uns doch auf die Br\u00fccke trauen. Diesmal ohne Probleme, ich kann den \u201eFu\u00dfweg\u201c nutzen und habe dabei genug Spielraum bei den Packtaschen, so dass ich problemlos an den Knotenblechen des Gel\u00e4nders entlang komme. Der rechte Fu\u00df bleibt auf der Raste und mit dem linken Fu\u00df kann ich wenn n\u00f6tig auf den Schwellen halt finden.<br \/>\nJohn nutzt die Schwellen zum Fahren und f\u00fc\u00dfelt sich dabei \u00fcber die Br\u00fccke. Insgesamt dauert es vielleicht 5 Minuten, bis wir Beide dr\u00fcben sind. Kaum abgestiegen und Luft geholt kommt auch schon der n\u00e4chste Zug angedonnert. Wir werden fr\u00f6hlich mit Horn und Winken vom Lokf\u00fchrer gegr\u00fc\u00dft, in Deutschland so kaum vorstellbar, da h\u00e4tte der Lokf\u00fchrer eher die Bahnpolizei gerufen&#8230;<\/p>\n<p>Weiter geht es zur n\u00e4chsten Br\u00fccke, diesmal einer kleineren Variante. Wir warten nicht lange, sondern gucken uns Br\u00fccke und Abmessungen der Moppeds noch einmal genau an. Ergebnis ist, das auch Johns Bike den \u201eFu\u00dfweg\u201c benutzen kann, was die \u00dcberquerungen sicherer macht, weil er dann im Fall des Falles die vorgesehenen Taschen zum Ausweichen nutzen kann. Diesmal m\u00fcssen wir jedoch noch einen Absatz vor der eigentlichen Br\u00fccke \u00fcberwinden, was mit ein paar Steinen ganz gut gelingt. Dann geht es fast im G\u00e4nsemarsch \u00fcber die Br\u00fccke, erst Tobias, dann John und dann ich. Da John etwas langsamer ist, muss ich immer wieder stoppen, dazu dann der Blick in den R\u00fcckspielgel, ob sich ein Zug n\u00e4hert. Dann sind wir dr\u00fcben und weiter geht\u2019s es, zu dritten Br\u00fccke.<br \/>\nWir fahren meist parallel zum Bahndamm, lediglich f\u00fcr Furten verlassen wir den Bahndamm und kehren nach der Furt dorthin zur\u00fcck. Insgesamt nicht so anspruchsvoll wie die Tage zuvor, aber trotzdem nicht ohne. Wir bekommen regelm\u00e4\u00dfig nasse F\u00fc\u00dfe, aber auch daran sind wir mittlerweile gew\u00f6hnt.<br \/>\nAm Nachmittag erreichen wir Br\u00fccke Nummer 3, diesmal ein recht lange Br\u00fccke.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/dsc_0234.jpg\" alt=\"DSC 0234\" width=\"450\" height=\"253\"><\/p>\n<p>Wir fackeln nicht lange und Tobias f\u00e4hrt wieder als erster und wir folgen in gewohnter Reihenfolge. Als John und ich ein Drittel der Br\u00fccke hinter uns haben sehen ich Tobias am anderen Ende der Br\u00fccke wild auf und ab h\u00fcpfen und zur Seite zeigen. Da sehe ich den Zug, vor dem er uns warnen will. Zum Gl\u00fcck ist die n\u00e4chste Tasche nicht weit und ich fahre da rein, sehe noch, dass auch John in einer Tasche Zuflucht sucht.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/img_2591.jpg\" alt=\"IMG 2591\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Da ist der Zug auch schon auf der Br\u00fccke. Laut tutend donnert der Zug \u00fcber die Br\u00fccke, die gef\u00fchlte 20 cm auf und ab schwingt, der Lokf\u00fchrer winkt uns fr\u00f6hlich zu und ich halt mich und die XChallenge krampfhaft fest, jetzt blo\u00df nicht los lassen denke ich&#8230; Zu allem Ungl\u00fcck ist es auch noch einer dieser endlos langen G\u00fcterz\u00fcge, doch auch er hat ein Ende, kaum ist der letzte Waggon vorbei fahre ich aus der Tasche und weiter Richtung Ende der Br\u00fccke. Kurz nach John erreiche ich das Ende der Br\u00fccke, wo wir uns erst einmal von dem Schrecken erholen m\u00fcssen.<br \/>\nDa es schon sp\u00e4ter Nachmittag ist halten wir erneut Ausschau nach einem guten Campingplatz. Der findet sich dann auch bei einer vor langer Zeit eingest\u00fcrzten Br\u00fccke.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/img_2588-1.jpg\" alt=\"IMG 2588\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/img_2584-1.jpg\" alt=\"IMG 2584\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/img_2586.jpg\" alt=\"IMG 2586\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Wir schlagen unser Lager auf den Resten der Auffahrt auf und gehen dann im Fluss baden und waschen uns den Schwei\u00df des Tages vom K\u00f6rper. Nach dem erfrischenden Bad waschen wir unsere Shirts und Unterhosen, dann geht es ans Kochen und Feuer machen. Wir genie\u00dfen den fr\u00fchen Feierabend und die w\u00e4rmende Sonne. So langsam f\u00fchlen wir uns als Experten in Sachen BAM und Eisenbahnbr\u00fccken;-)<br \/>\nDoch wie wir mittlerweile wissen, die BAM ist immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut.<br \/>\nMit diesem Gedanken gehen wir dann bei Einbruch der Dunkelheit in die Zelte und sind voller Erwartung auf den n\u00e4chsten Tag steht da doch die \u00dcberquerung der gro\u00dfen und bewachten Br\u00fccke \u00fcber die Nyukhza auf der Agenda, bevor wir dann hoffentlich Yuktali erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8. August. Wir haben recht gut geschlafen und bringen am Morgen das Feuer wieder in Gang. Wir genie\u00dfen das Fr\u00fchst\u00fcck, dazu den hei\u00dfen Kaffee. Johns Klamotten sind einigerma\u00dfen trocken und so k\u00f6nnen wir in aller Ruhe das Camp abbrechen und uns auf dem Weg nach Yuktali machen. 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