{"id":4273,"date":"2015-07-12T16:40:54","date_gmt":"2015-07-12T14:40:54","guid":{"rendered":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=4273"},"modified":"2018-09-21T17:52:40","modified_gmt":"2018-09-21T15:52:40","slug":"mein-gott-ist-das-heiss-hier-oder-wo-zur-hoelle-ist-mein-passport","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=4273","title":{"rendered":"Mein Gott ist das hei\u00df hier oder wo zur H\u00f6lle ist mein Passport"},"content":{"rendered":"<p>4. Juli. Heute geht es wieder auf die Stra\u00dfe, insgesamt etwa 1100 km bis Semey kurz vor der russischen Grenze und dann weiter zum Altai. Doch erst einmal habe ich einen kleinen Schreck, auf den ersten Blick liegt meine Tante Anna etwas tief in der Feder. Also schnell Sitzbank runter und dann den Luftdruck vom Federbein gepr\u00fcft. Aufatmen war angesagt, Alles okay, ich hab halt 2 Tage nicht auf ihr gesessen ;-)<br \/>\nDann ging es los, zum Gl\u00fcck war der Stadtverkehr in Almaty am Samstag Morgen nicht allzu dicht und so ging es trotz der Hitze gut voran, kurz Benzin und Wasser nachtanken, direkt vor der Autobahn, dann Attacke. Leider wurde das nichts mit Attacke, die Autobahn war auf insgesamt 150 km eine Baustelle, der Verkehr wurde abwechselnd auf die jeweiligen fertigen Fahrstreifen gef\u00fchrt. Aber als Motorrad kann man ja eigentlich fast immer \u00fcberholen! Was uns dann so ca. 70 km hinter Almaty zum Verh\u00e4ngnis wurde, wir wurden zum ersten Mal von der Polizei raus gewunken. Zun\u00e4chst durfte ich mir einen Vortrag auf russisch anh\u00f6ren, die einzigen W\u00f6rter die ich verstand waren \u201eProtokoll\u201c und \u201eStraff\u201c. Entsprechend schuldbewusst guckte ich drein und zeigte meine Papiere vor. Dann sollte Tobias seine Papiere vorzeigen. Ein gewohnter Griff und nichts!! Tobias wurde ganz blass um die Nasenspitze und begann fieberhaft seine Klamotten und dann das Gep\u00e4ck zu durchsuchen. Ich stand daneben und versuchte Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/img_2051.jpg\" alt=\"IMG 2051\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Die Wachtmeister nahmen das ganze zumindest mit Humor und deuteten an, die KTM und Tobias in Gewahrsam zu nehmen. Als das Suchen nichts ergab rief Tobias John an, der im Hotel auf seine Ersatzteile wartete. John k\u00fcmmerte sich erst einmal darum, die Rezeptionisten aufzuscheuchen und das Zimmer zu durchsuchen. Nun mussten wir abwarten bis John sich meldet. Erste Gedankenspiel von wegen was w\u00e4re wenn wurden get\u00e4tigt, ein neues russisches Visa w\u00fcrde wohl am schwierigsten zu beschaffen sein&#8230;<br \/>\nUm die Polizisten gn\u00e4dig zu stimmen verteilte ich die Aufn\u00e4her der Polizei Hamburg und einen Aufn\u00e4her vom Vollzug. Das nahmen sie begeistert auf und pappten sich die Polizeiaufn\u00e4her gleich \u00fcber ihre eigenen Abzeichen. Dazu dann ein paar Zigaretten und die Situation entspannte sich sichtlich zu unseren Gunsten.<br \/>\nDann kam der Anruf von John, nix mit Papieren im Zimmer oder Hotel. Nun war guter Rat wom\u00f6glich wirklich teuer! Also noch einmal Tobias Gep\u00e4ck und Moppedanzug durchsuchen. Einmal kurz die Hose abtasten, nichts! Dann das Gep\u00e4ck, auch erst einmal Fehlanzeige, dann holte Tobias sein Pad im Schutzetui raus, eigentlich wollte er es gleich wieder verstauen, aber ich sagte nur \u201eauspacken\u201c und Bingo, da waren sie die vermissten Papiere, Tobias strahlte, die Polizisten feixten sich einen und nachdem sie einen kurzen Blick drauf geworfen hatten sagten sie, wir k\u00f6nnen fahren, stiegen selbst ins Auto und fuhren lachend von dannen. Tja, das waren mal eben 2 Stunden, die uns das gekostet hat.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/img_2053.jpg\" alt=\"IMG 2053\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Aber, wie bisher immer, Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck!! Wir beschlossen auf den Schreck noch eine zu rauchen und prompt tauchten 2 weitere Motorradreisende auf und hielten bei uns an. Einer war Jean, der Franzose, den wir am Song Kul getroffen hatten, der andere war Christian, ein Deutscher und seit 3 Jahren auf Tour. Also kurz von unserem Missgeschick berichtet und dann beschlossen wir gemeinsam bis nach Russland zu fahren. Mit einem gl\u00fccklichen Tobias in unserer Mitte ging es dann durch die hei\u00dfe Steppenlandschaft im 60 km Tempo langsam aber stetig voran. Dann tauchte ein gro\u00dfer See nebst einem Las Vegas f\u00fcr Arme auf, wohl das Ziel der meisten Kasachen, die auf dieser Stra\u00dfe unterwegs waren, zumindest lie\u00df der Verkehr danach deutlich nach.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/img_2057.jpg\" alt=\"IMG 2057\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Ein kurzer Stopp an einem Kaffee, um den Fl\u00fcssigkeitshaushalt auf Vordermann bringen und weiter gings durch die hei\u00dfe und teilweise ziemlich staubige Steppe. Wirklich nervig waren die stellenweise die Bauarbeiten an der Stra\u00dfe, weil der Verkehr dann immer \u00fcber staubige und ziemlich ausgefahrene Baustra\u00dfen gef\u00fchrt wurde. Am sp\u00e4ten Nachmittag war es dann vorbei mit den Baustellen und es ging dann relativ z\u00fcgig voran. Mangels anderer M\u00f6glichkeiten schlugen wir dann Abends die Zelte in der N\u00e4he eines Flusses auf. Wir fanden einen sch\u00f6nen Platz und Christian k\u00fcmmerte sich um Holz f\u00fcr ein Lagerfeuer. Der Abend war dann entspannt und wir erz\u00e4hlten jeder ein wenig \u00fcber das Wieso und Warum der Reise. So gegen Elf verschwanden wir dann in den Zelten. In der Nacht frischte der Wind dann ziemlich auf und es regnete auch noch zu Allem \u00dcberfluss!<br \/>\nAber auch diesmal hatten wir Gl\u00fcck, gegen Morgen h\u00f6rte der Regen auf und dank des Windes konnten wir unsere Zelte trocken verstauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4. Juli. Heute geht es wieder auf die Stra\u00dfe, insgesamt etwa 1100 km bis Semey kurz vor der russischen Grenze und dann weiter zum Altai. Doch erst einmal habe ich einen kleinen Schreck, auf den ersten Blick liegt meine Tante Anna etwas tief in der Feder. 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