{"id":3884,"date":"2015-06-22T16:14:01","date_gmt":"2015-06-22T14:14:01","guid":{"rendered":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=3884"},"modified":"2018-09-21T17:52:41","modified_gmt":"2018-09-21T15:52:41","slug":"tunnel-des-todes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/roadstomongolia.com\/?p=3884","title":{"rendered":"Tunnel des Todes"},"content":{"rendered":"<p>16.06.2015 &#8211; Der Tunnel des Todes oder wie die Engl\u00e4nder sagen \u201ethe tunnel of doom\u201c<br \/>\nHeute kommt es zur ersten Begegnung mit den Ausl\u00e4ufern des Pamir, es sind zwei P\u00e4sse \u00fcber 3000 m zu \u00fcberwinden bis nach Dushanbe. Zuerst der Shakristan Pass und dann der Anzob Pass bzw. Tunnel.<br \/>\nEs ging wieder relativ fr\u00fch los, nach einem franz\u00f6sischen Fr\u00fchst\u00fcck, sprich Lift, Snickers und ner Zigarette. Noch kurz den Sprit auff\u00fcllen, endlich mal keine 80er Suppe sondern echten Stoff von 92 Oktan. Sp\u00e4ter dann sogar 95 Oktan. Die Strasse zum Pass war gut ausgebaut und es ging z\u00fcgig auf H\u00f6he, die Moppeds bollerten fr\u00f6hlich vor sich hin, endlich gut gef\u00fcttert und es kam echtes Moppedfeeling auf wegen der vielen Kurven, endlich mal nicht nur gerade aus fahren! Dann ein Fr\u00fchst\u00fccksstopp an der Abzweigung zur alten Passstra\u00dfe, wobei Tobias Versuch diese zu fahren sogleich von netten aber stringenten tadjikischen Grenzern unterbunden wurde von wegen Verboten weil Borderzone.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/img_1671.jpg\" alt=\"IMG 1671\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Egal, der neue Pass geht auch. Es gab zum Tee \u00fcbrigens herrlich s\u00fc\u00dfe Aprikosen, optisch nicht so ansprechend wie bei REWE, aber geschmacklich weitaus aromatischer und s\u00fc\u00dfer.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/img_1672.jpg\" alt=\"IMG 1672\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/img_1676.jpg\" alt=\"IMG 1676\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Dann wieder auf die Moppeds und rauf zum Pass, leider falsch gedacht, auch hier haben fleissige kleine gelbe Bauarbeiter einen Tunnel gebohrt, nach hiesigen Ma\u00dfst\u00e4ben sogar hochmodern mit etwas mehr als rudiment\u00e4rer L\u00fcftung und Beleuchtung. Dann wieder hinab ins Tal. Tolle Ausblicke, tiefe Schluchten und das ganze gemischt aus der Kargheit des Col de la Bonnete und der wilden Sch\u00f6nheit des Col d`Izoard bei der Casse Deserte. Je tiefer wir kamen desto r\u00f6tlicher wurde das Gestein und teilweise sah es aus wie roter Lehm. Am tiefsten Punkt wurde das durch den Flu\u00df, der sich tief in den Untergrund gegraben hat best\u00e4tigt, er war schlammig rot statt wie erhofft gletscherblau.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/img_1677.jpg\" alt=\"IMG 1677\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Und wieder ging es hinauf, zum gruseligen H\u00f6hepunkt des Tages, dem Anzob Tunnel. Es gibt viele Schauergeschichten \u00fcber diesen Tunnel und es stimmen alle! Da wir durch die vorherigen Reisenden gewarnt waren wu\u00dften wir was uns erwartet, dachten wir zumindest. Immerhin war der Tunnel ein Grund f\u00fcr den LED-Fluter am Mopped.<br \/>\nAber erst einmal ging es einen Bilderbuch-Pass hinauf, herrlich geschwungene Kurven und steile Serpentinen, die an den Stelvio erinnerten, nur alles ein bisschen gewaltiger, schlie\u00dflich ist hier Alles etwas h\u00f6her und gr\u00f6\u00dfer ;-)<br \/>\nDann, unvermittelt ein unscheinbarer Tunneleingang, bzw. 2 Tunneleing\u00e4nge, der zweite ist der im Bau befindliche Zusatztunnel. Also den linken Eingang nehmen, ein dunkles schwarzes Loch harrt unser, aus dem graue Abgasschwaden rausquellen und das Autos und Lkw sprichw\u00f6rtlich ausspuckt&#8230; der Hades kann nicht viel anders sein ;-) Also Arschbacken zusammenkneifen und los, ich zuerst wegen dem besseren Licht am Mopped. Kasum drin haben wir das Gef\u00fchl, die Dunkelheit greift nach uns. Trotz LED-Fluter und Xenonbrenner ist kaum was zu sehen in dem Dunst, die R\u00fccklichter vor uns fahrender Autos gleichen glimmender Zigaretten, die Scheinwerfer des Gegenverkehrs Leuchtk\u00e4fern&#8230;der Boden ist uneben, teils br\u00f6ckelnder Beton, teils nackter Fels, \u00fcberall ragt Moniereisen aus dem Untergrund, es ist nass, die Stra\u00dfe teilweise 30cm \u00fcberflutet, es stehen Fahrzeugwracks und Ger\u00fcste, nat\u00fcrlich unbeleuchtet, herum, die kunstvoll umfahren werden wollen. Dazu komt einem der Gegenverkehr auf der eigenen Spur entgegen, mit anderen Worten, Chaos pur. Die Pkw h\u00fcpfen durch die Schlagl\u00f6cher, die Lkw \u00e4chzen und schwanken und quietschen erb\u00e4rmlich in den Federn und wir mitten drin. Nach den ersten 300 oder 400 m werden wir mutiger, mein Lich bringt doch mehr als zuerst angenommen und so kann ich Speed machen, so um di e30 km\/h, also dreimal so schnell wie die Pkw, und wir schl\u00e4ngeln uns durch die langsamen Fahrzeuge, manchmal hupt der Gegenverkehr etwas ver\u00e4rgert, weil ihn meine Festbeleuchtung blenet, aber hier ist jeder sich selbst der N\u00e4chste! Stellenweise ist es, als f\u00fchren wir durch ein Flussbett, so viel Wasser ist im Tunne.Tobias klebt am meinem Heck um meinen Linie nach zufahren und nach fast endlosen 20 Minuten sehen wir einen hellen Schimmer am Ende des Tunnels. Und tats\u00e4chlich, nach knapp 7 km spuckt uns die Unterwelt aus und wir haben wieder Tageslicht. Erst einmal rechts ran fahren, give me five und den Mund, Nase und Augen mit Wasser aussp\u00fclen. Die Moppeds sehen aus wie sau, wir nat\u00fcrlich auch, aber wir haben ihn heil \u00fcberwunden, den Tunnel des Todes.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/img_1681.jpg\" alt=\"IMG 1681\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/img_1682.jpg\" alt=\"IMG 1682\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Ab heute kann mich kein Tunnel mehr ersch\u00fcttern, und ich bringe noch weniger Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Tunnelschleicher auf als bisher! Was f\u00fcr ein Abenteuer, dieser Tunnel! Der Rest des Abstiegs ins Tal von Dushanbe ist dagegen ein Klacks, auch wenn die Stra\u00dfe relativ schlecht ist und \u00fcberall an ihr gebaut wird. Wir machen in einer Chaikana rast und es gibt lecker Salat und eine Art Gulasch, was sehr lecker schmeckt, allerdings ist Tobias nicht ganz so begeistert, sein Magen ist noch nicht ganz okay. Danach suchen wir eine Awtomolka auf, um unsere Klamotten und die Moppeds wieder etwas pr\u00e4sentabel zu machen. Betrieben wird sie von ein paar Jugendlichen, die mit viel Elan und Engagement versuchen, unsere Mopped wieder sauber zu bekommen, wir werden ebenfalls geduscht und ja, es sieht wieder gut aus.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/file0032.jpg\" alt=\"FILE0032\" width=\"450\" height=\"227\"><\/p>\n<p>Der Rest des Weges nach Dushanbe f\u00fchrt durch eine Art Sommerfrische der Hauptst\u00e4dter mit vielen Hotels und Pensionen, aber es ist noch zu fr\u00fch f\u00fcr den Feierabend. Grad erst kurz vor Drei.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/file0007.jpg\" alt=\"FILE0007\" width=\"450\" height=\"300\"><\/p>\n<p>Also durch Dushanbe durch, vorbei an gef\u00fchlten 100 Polizeikontrollen, die sich jedoch nicht f\u00fcr uns interessieren. Als Stadt recht ansehnlich, auf dem Weg zu einer modernen Metropole mit herrlich schattigen Alleen. Wieder auf der Ausfallstra\u00dfe nich einmal tanken, dann geht\u2019s es weiter nach Dangara, wo wir hoffen eine Unterkunft zu bekommen. Der Weg f\u00fchrt durch welliges H\u00fcgelland an einem gro\u00dfen Stausee vorbei, ein herrlicher Anblick in der Nachmittagssonne. Die Str\u00dfe breit und herrlich geschwungen, so macht Mopped fahren Spa\u00df!<br \/>\nIn Dangara wird\u2019s etwas schwierig mit der Suche, Tobias befragt Polizisten, die zwar best\u00e4tigen dass es eine Gostiniza gibt, aber mangels der Sprachbarriere dauert es bis wir das gesuchte Geb\u00e4ude finden. Nicht wirklich ansprechend das Ganze, aber Tobias guckt sich die Zimmer an und kommt kopfsch\u00fcttelnd zur\u00fcck, ein Drecksloch wie er so drastisch sagt. Okay, also Notfallplan in Kaft setzen und Camping wird beschlossen. Noch schnell Vorr\u00e4te erg\u00e4nzen und ein geeignetes Pl\u00e4tzchen suchen. Gar nicht so leicht in dieser bewirtschafteten Gegend. Letztlich haben wir uns an den Rand eines Getreidefeldes platziert und unsere Zelte nach etwas Wartezeit aufgeschlagen. Etliche Einheimische kamen noch vorbei und gr\u00fc\u00dften freundlich und schienen keine Probleme mit unserem Lagerplatz zu haben. Kur nach Einbruch der Dunkelheit verschwanden wir in den Zelten und lie\u00dfen den Tag enden.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/roadstomongolia.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/img_1693.jpg\" alt=\"IMG 1693\" width=\"450\" height=\"252\"><\/p>\n<p>Die Nacht war etwas laut, ein Lkw kam vorbei, die V\u00f6gel und Grillen machten Rabatz ohne Ende und gegen Mitternacht bellte sich ein Hund ob unserer Frechheit hier zu zelten zu Seele aus dem Leib. Da wir uns einfach tot stellten lie\u00df er nach ein paar Minuten nach und trollte sich. Ansonsten war es eine ertr\u00e4gliche Nacht und sogar relativ warm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.06.2015 &#8211; Der Tunnel des Todes oder wie die Engl\u00e4nder sagen \u201ethe tunnel of doom\u201c Heute kommt es zur ersten Begegnung mit den Ausl\u00e4ufern des Pamir, es sind zwei P\u00e4sse \u00fcber 3000 m zu \u00fcberwinden bis nach Dushanbe. 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